Moers: CDU zeigt sich enttäuscht

Moers : CDU zeigt sich enttäuscht

Nach dem Wechsel von Stefan Doll zur FBG zeigen die Moerser Christdemokraten gestern betont Geschlossenheit. Fraktions- und Parteispitze fordert Doll auf, sein Mandat an die CDU zurück zu geben.

Der Fraktionswechsel des ehemaligen CDU-Ratsmitgliedes Stefan Doll zur Freien Bürgergemeinschaft bleibt das dominierende politische Thema in Moers. Gestern läutete die CDU die nächste Runde ein. Provoziert durch Äußerungen Dolls in seiner Pressemitteilung zum Wechsel (RP vom 25. September), werfen Fraktions-und Parteispitze Doll mangelnden Einsatz vor.

Die Vorsitzende der CDU-Fraktion Petra Rennicke gestern: „Wenn Stefan Doll nach seinem Fraktionswechsel erklärt, dass er in zwei Tagen die politischen Übereinstimmungen ausgelotet habe, um seinen Wechsel zu begründen, dann scheint das mehr zu sein, als er in den Jahren seiner CDU-Mitgliedschaft erreicht hat. So hätte er erfahren, dass CDU-Politik grundwerte-orientiert ist. Rennicke weiter: „Wir sind aber nur Menschen und nicht ohne Fehler. Dieses Verständnis bewahrt uns vor der Gefahr, Politik zu dogmatisieren und zeigt uns Grenzen auf. Wichtig ist aber immer das Gespräch.“

Doll habe sich im Fraktionsvorstand als Pressesprecher für die CDU-Politik in Moers eingesetzt. Petra Rennicke: „Mir tut es leid, dass er sich dabei in seiner Überzeugung hat ,verbiegen’ müssen. Aber CDU-Politik in Moers vertritt Werte und diese haben wir mit ihm nach außen kommuniziert. Dass in der internen Beratung auch sehr unterschiedliche Meinungen vertreten werden, das zeichnet demokratische Willensbildung aus.“

Ihr Stellvertreter Rudolf Niedobetzki: „Als Stefan Doll vor mehr als einem Jahr von der Fraktion Rücksicht auf eine berufliche Umorientierung einforderte, sagten seine Fraktionskollegen ja. Es ist schade, dass er seine Arbeitsentlastung heute so negativ interpretiert. Wie man hört, scheint seine Umorientierung ja noch nicht abgeschlossen zu sein.“

Nur bei Ratssitzungen dabei

Petra Rennicke weiter: „Seit mehr als einem Jahr hat Herr Doll sich seinem politischen Auftrag nur in Ratssitzungen gewidmet. Ich glaube nicht, dass das vom ihm geschätzte bürgerliche Lager sich so die politische Vertretung vorstellt.“ Die Position der Partei stellen die drei stellvertretenden Vorsitzenden der Ortsverbände, Brigitte Glocker, Frank Wildschütz und Heinz-Gerd Hackstein dar: „Wie den anderen Ratsmitgliedern ist Stefan Doll in schriftlicher Form das Angebot zum Weitermachen unterbreitet worden. Hierauf hat er leider nie reagiert.“ Auch wenn Doll seinen Wahlbezirk 2004 direkt gewonnen hat, werde er im Zuge demokratischer bürgerlicher Gepflogenheiten aufgefordert, sein Mandat an die CDU zurückzugeben.

(RP)
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