CDU-Vorschlag: Kongresszentrum statt Eventhalle in Moers

Diskussion in Moers : CDU-Vorschlag: Kongresszentrum statt Eventhalle 

Ein Messe-Standort Moers nebst Hotel auf dem Areal zwischen Trotzburg und Königlichem Hof? Die Idee ist nicht neu.

Eine mit Hilfe privater Investoren gebaute Kongresshalle auf dem Areal zwischen Trotzburg und Königlichem Hof: Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Zukunft der Enni-Eventhalle hat CDU-Fraktionschef Ingo Brohl jetzt eine alte Idee der Christdemokraten als Alternativlösung erneut ins Gespräch gebracht. „Die Festivalhalle ist für uns nach wie vor ein Provisorium“, betont Brohl. „Eine Kongresshalle, eventuell mit angeschlossenem Hotel, wäre eine Alternative, die an dieser Stelle auch einen belebenden Effekt auf die Innenstadt haben könnte, zumal die Planung für ein Hotel auf dem Grundstück gegenüber dem ehemaligen Horten-Areal offenbar stockt.“ Moers, sagt Brohl, habe in jedem Fall das Potenzial zur Messestadt. Die Lage zwischen der Messe Essen und Messe Düsseldorf sei nahezu ideal. Zusätzliche Einzelhandelsflächen sieht der CDU-Fraktionschef zwischen Kö und Trotzburg dagegen nicht.

Wie berichtet, hat die Enni, die die Eventhalle vor zwei Jahren von der Moers Kultur GmbH übernommen hat, diese von einem Architekturbüro begutachten lassen. Ergebnis: Ein langfristiger Betrieb der Halle ist nur unter erheblichem finanziellen Aufwand möglich. Dem Verwaltungsrat wurden Ende Oktober zwei Varianten zur Abstimmung vorgelegt. Nach der einen soll die Halle so ertüchtigt werden, dass sie noch bis 2040 betrieben werden kann (Kostenpunkt: 1,4 Millionen Euro), nach der anderen soll nur noch das unbedingt Notwendige investiert werden, nämlich 359.000 Euro.

„Wir haben das Thema in unserer Fraktion intensiv und losgelöst vom Jazz- und ,Comedy Arts’-Festival diskutiert und sind der Meinung, dass zehn Jahre plus x der passende Zeitrahmen ist, in dem wir denken sollten“, sagt SPD-Fraktionschef Atilla Cikoglu. „Fakt ist, dass der Betrieb der Halle mindestens bis 2024 garantiert sein muss. Bis dahin läuft eine an das Festival gebundene Förderung des Bundes in Höhe von zwei Millionen Euro, mit der die Halle für das Festival hergerichtet wird.“ Grundsätzlich, so Cikoglu, sei man auf einem guten Weg, was die Auslastung der Halle betreffe. „Wir wissen natürlich, dass wir in der Halle noch etwas machen und zum Beispiel über eine einfahrbare Tribüne nachdenken müssen. Das kostet auch Geld, aber im Vergleich zu dem, was wir uns in Moers an anderer Stelle leisten, steht das durchaus in Relation.“

Auch FDP-Fraktionschef Dino Maas spricht sich klar für einen langfristigen Bestand der Eventhalle aus. „Das Jazz-Festival erhalten wir langfristig nur, wenn wir die Halle erhalten, deshalb sollten wir diese nicht für irgendeine Idee opfern“, sagt er. „Für ein Kongresszentrum am Kö sehe ich abgesehen davon absolut keinen Investor. Wenn überhaupt, wäre ein solches als Alternative für das von der CDU gewünschte ,Bügeleisen’ am Kastellplatz denkbar.“

Für Grafschafter-Fraktionschef Claus Peter Küster ist die alte Kongresszentrum-Idee sowieso „Mumpitz“. „Wir haben uns vor langer Zeit schon dafür entschieden, die Bausünden der Vergangenheit nicht zu verschärfen, indem wir den Bereich Kö mit einem Parkhaus oder Einkaufszentrum zubauen. Vielmehr soll die Wall-Anlage sichtbar gemacht und eine ebenerdige Begegnungsfläche zwischen Königlichem Hof und Trotzburg geschaffen werden.“ Die Grafschafter seien für einen langfristigen Erhalt der Eventhalle.

So sieht das auch Grünen-Fraktionschef Christopher Schmidtke: „Für ein Kongresszentrum sehe ich angesichts der finanziellen Lage der Stadt keine Möglichkeit, und ein Investor wird sich auch nicht mal eben finden lassen – schon gar nicht innerhalb von vier bis fünf Jahren. Für Moers ist das im Moment definitiv eine Nummer zu groß.“

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