Moers: CDU: Moers Festival soll zu den Wurzeln zurückkehren

Moers: CDU: Moers Festival soll zu den Wurzeln zurückkehren

Im Rat sprach sich die Fraktion für Konzerte in Kneipen und im Schlosshof aus. Stadt erstellt Trägermodelle für Festivalhalle.

Die Stadtverwaltung wird ein "kosteneffizientes Träger- und Betreiberkonzept" für die Festivalhalle erstellen und dabei die "haushalterischen und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen" verschiedener Trägermodelle aufzeigen. Diesen Auftrag haben gestern die Ratsmitglieder den Fachleuten im Rathaus erteilt. Der Antrag stammte von SPD, den Grünen, Grafschaftern, den Linken und der FDP. Die CDU schloss sich ihm aber an. Fraktionschef Ingo Brohl nahm sogar voraus, wie die Prüfung enden werde: "Die Halle ist nicht zu betreiben. Sie war als Tennishalle geplant, ist marode und nicht zukunftsfähig. Sie wird ein Millionengrab bleiben", sagte er.

Die Hoffnung der anderen Fraktionen geht dahin, dass ein Modell gefunden wird, unter dem die Halle häufiger genutzt und wirtschaftlich(er) betrieben werden kann. Vielleicht könne man "brachliegende kulturelle Möglichkeiten" entdecken und nutzen, meinte Christopher Schmidtke (Grüne). Unter der Regie der Moers Kultur GmbH finden in der Halle das Moers Festival, Comedy-Arts-Veranstaltungen sowie Kinder-Aufführungen des Schlosstheaters statt. Ansonsten wird sie kaum genutzt. Mark Rosendahl (SPD) gab zu, dass der Umbau der Halle (mit Landes- und Bundeszuschüssen) einst mit "mehr Hoffnungen" verbunden gewesen sei. Nun müsse sich zeigen, welcher Weg für die Zukunft der richtige sei.

Brohl sprach dagegen vom "Ende der Legende eines Sparschweins Festivalhalle". Nicht nur unter finanziellen Aspekten sei es falsch gewesen, das Moers Festival aus dem Freizeitpark in die Halle zu verlegen. Es sei auch ein Fehler gewesen, das Festival aus der Mitte der Stadt zu verlegen. "Wir sollten die Festivalhalle kontrolliert beerdigen", schlug Brohl vor. Und er zeichnete das Bild eines Moers Festivals, das sozusagen zu seinen Wurzeln zurückkehrt - mit Auftritten im Schlosshof, in Kneipen, dem Bollwerk oder der Aula des Gymnasiums Adolfinum. Ein solches Konzept könne auch für neue künstlerische Impulse sorgen.

In nichtöffentlicher Sitzung hat der Rat gestern eine Sonderprüfung des Wirtschaftsberichts der Kultur GmbH beschlossen. Vor dem Hintergrund der finanziellen Probleme der Festival-Veranstalter soll es auch darum gehen, ob es in der Vergangenheit oder unter der aktuellen Geschäftsführung zu vertragsrechtswidrigen Handlungen gekommen sei.

(RP)