Caritas-Verband Moers/Xanten fordert mehr Landesmittel für den Ganztag

Moers : Caritas-Verband fordert mehr Landesmittel für den Ganztag

Der Verband sucht den Schulterschluss mit der Politik. Er lädt Mitglieder der Schulausschüsse ein, sich die Betreuungsmöglichkeiten anzusehen.

  Schulausschussmitglieder aller Moerser Fraktionen besuchten den Offenen Ganztag, der vom Caritas-Verband an Grundschulen in der Grafenstadt angeboten wird. „Sie haben ein ganz anderes Verständnis für die pädagogische Arbeit bekommen“, blickt Ulla Bünnagel, Fachdienstleiterin für die Schulbetreuung beim Caritas-Verband, zurück. „Weniger Kinder“, habe eine Mitarbeiterin geantwortet, als sie von einer Ratsfrau gefragt worden sei, was sie sich am meisten wünsche. „Das ist bei 35 Kindern in manchen Gruppen nicht verwunderlich“, sagt die Fachdienstleiterin. „Die Fachkräfte haben das Multi-Tasking zu beherrschen. Sie spielen zum Beispiel mit einigen Kindern Mensch-Ärgere-Nicht, während sie  ein anderes Kind trösten oder mit den Augen auf ein weiteres aufpassen.“

In den nächsten Monaten will der Caritas-Verband Moers-Xanten auch in den anderen Städten und Gemeinden zwischen Moers und Xanten die Schulausschussmitglieder einladen, einmal einen Nachmittag im Offenen Ganztag an einer der 13 Grundschulen anzusehen, in denen von ihm 1050 Kinder betreut werden. Ziel des Verbandes ist es, einen Schulterschluss mit der Politik zu finden, um den Druck auf die Landesregierung zu erhöhen, den Landeszuschuss für den Offenen Ganztag hinaufzusetzen.

„Die letzte Tariferhöhung war höher als die letzte Erhöhung des Landeszuschusses“, erläutert Klaus Roosen, Fachbereichsleiter für Kinder, Jugend und Familien, das Problem. „Wir können nicht unsere hohen Standards halten, wenn die Mittel nicht ausreichen.“ Zu diesem Standard gehöre es, in jeder Gruppe eine Fachkraft und eine Ergänzungskraft einzusetzen, obwohl das gesetzlich nicht vorgeschrieben sei. Außerdem zahle der Caritas-Verband einen Tariflohn, der an den Tarif des öffentlichen Dienstes angenähert sei. Anfang 2018 hätten dem Caritas-Verband die wirtschaftlichen Zahlen für 2017 vorgelegen, die einen Handlungsbedarf aufgezeigt hätten, um Träger des Offenen Ganztages bleiben zu können, sagt Brunhild Demmer, Vorstand des Caritas-Verbandes. „Wir wollen eine Betreuung mit Standards“, betont sie. Jetzt gewann sie René Schneider, das Anliegen des Caritas-Verbandes zu unterstützen.

Jetzt schauten der Landtagsabgeordnete sich den Offenen Ganztag des Caritas-Verbandes in der Pappelseeschule in Kamp-Lintfort an, um danach mit Brunhild Demmer, Klaus Roosen und Ulla Bünnagel zu sprechen. „Es gibt einen Landeszuschuss von 813 Euro pro Kind und Jahr“, sagte der Sozialdemokrat. „Den Rest tragen Kommunen und Eltern. Eine Verdoppelung des Landeszuschuss ist zu fordern, wie Standards, zum Beispiel bei Ausbildung und Bezahlung.“

Das Anliegen des Caritas-Verbandes Moers-Xanten hätten auch Diakonie, AWO oder DRK, am Niederrhein, wie in ganz Nordrhein-Westfalen, sagt Schneider. Sonst hätte ihr Landesverband, die Freie Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen, nicht im Juli 2017 die Aktion ins Leben gerufen: „Gute Offene Ganztagsschule darf keine Glücksache sein“. Er forderte: „In den Landeshaushalt 2019 sind erheblich höhere Mittel für den Offenen Ganztag einzustellen.“

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