Caritas: 50 Jahre auf dem Weg zu den Menschen

Jubiläum am Niederrhein : 50 Jahre auf dem Weg zu den Menschen

Der Caritasverband Moers-Xanten feiert sein 50-jähriges Bestehen. Beim Festakt schaute der Verband mit Dank auf die Vergangenheit.

Mit sieben hauptamtlichen Mitarbeitern fing der Caritasverband Moers-Xanten an, als er im Februar 1969 unter Probst Hermann Heckmann im Josef-Jeurgens-Haus in Kamp-Lintfort gegründet wurde. Er wuchs rasant. Heute sehen sich 1000 Mitarbeiter verpflichtet, „auf dem Weg zu den Menschen zu sein, zu den benachteiligten Menschen“, wie der Rheinberger Pastoralreferent Werner Koschinski es bezeichnet.

Als Vorsitzendes des Caritasrates, des Aufsichtsrates des Caritasverbandes, gab er am Montagvormittag einen geistlichen Impuls, als dieser mit einem Festakt im Forum des Hanns-Dieter-Hüsch-Hauses seinen 50. Geburtstag feierte. Damit startete er in seine Festwoche, die am Samstag endet (weitere Termine siehe Info-Kasten).

Dabei setzt sich der Verband beim Jubiläum mit drei Perspektiven auseinander. Die eine ist die Vergangenheit, für die die Caritas Danke sagt, wie es Vorstandsvorsitzende Brunhild Demmer am Montag nannte. Diese ist ein großes Thema des Jubiläumsmagazins. „1969 - 2019 – 50 Jahre Caritas-Verband Moers-Xanten e.V. … mit Mut ins Morgen“ lautet der Titel dieser Broschüre. Sie ist zum 50. Geburtstag in einer Auflage von 5000 Stück erschienen. Die ersten 100 Exemplare erhielten die Teilnehmer, die zum Festakt eingeladen und gekommen waren.

In der Broschüre beleuchtet der Caritasverband gleichzeitig die zweite Perspektive. Diese ist die Gegenwart, zum Beispiel die Schularbeit oder die Familienhilfe, die Quartiersarbeit oder die Altenhilfe. Die dritte Perspektive des Jubiläums ist die Zukunft. Deshalb hatte der Caritasverband dem Festredner, Mario Junglas, das Thema „Mit Mut ins Morgen“ vorgegeben. „Die Zukunft ist das Offene, das Nicht-Planbare“, stellte der Jurist, Theologe und langjährige Leiter des Büros Berlin/Brüssel des deutschen Caritasverbandes fest. „Pläne ändern sich bei der Annäherung. Das ist wie beim Horizont.“ Trotzdem habe ein Caritasverband seine Zukunft zu planen, zur der auch die digitale gehöre, beispielsweise mit dem Roboter Mister Pepper, der in der Pflege unterstützende Aufgaben übernehmen könne. Der Verband solle immer bereit sein für das Risiko. Dies sei nicht das Risiko der Spieler, sondern das Risiko, Menschen in Not zur Seite zu stehen, eine Lücke zu überspringen, selbst wenn diese noch nicht finanziert sei.

Beim Blick in die Zukunft würden die Werte helfen, vor allem die Nächstenliebe, was Caritas übersetzt heiße, und das christliche Menschenbild. „Ein Verband muss auch etwas zu verschenken haben“, betonte der Festredner. „Das macht die Fülle der Nächstenliebe deutlich und gehört dazu.“

Auch die anderen Redner sahen die Nächstenliebe, das Auf-dem-Weg-Sein zu den Menschen, als eine Konstante des Caritasverbandes an, die für Zukunft, Gegenwart und Zukunft gelte. „Die Caritas lebt von Gesichtern, von Menschen die anpacken und Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen“, sagte zum Beispiel Weihbischof Rolf Lohmann in seinem Grußwort.

Er zitierte Papst Franziskus: „Es wäre sehr schlecht, wenn Caritas-Mitarbeiter sich in Funktionäre und Bürokraten verwandeln würden.“ Dabei würde es ganz ohne Bürokratie nicht funktionieren, meinte Lohmann beim Festakt, der durch klassische und moderne Stücke eingerahmt war, die von Schülern der Moerser Musikschule vorgetragen wurden.

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