Moers Festival: Bunt, regional, ungewöhnlich: ein Markt mit Charakter

Moers Festival : Bunt, regional, ungewöhnlich: ein Markt mit Charakter

Noch größer und abwechslungsreicher präsentierte sich in diesem Jahr der traditionelle Markt anlässlich des Moers-Festivals an der Filder Straße vor der Festivalhalle.

Mit insgesamt 14 Ständen mehr bot er nicht nur den Besuchern der Konzerte von Freitag bis Montag eine Fülle von unterschiedlichen Waren, Speisen und Getränken. "Wir haben uns diesmal wieder bemüht, vor allem kleine regionale Manufakturen mit ungewöhnlichen Produkten zur Teilnahme zu bewegen", erklärte der in Duisburg heimische Organisator des Marktes Norbert Knabben.

Ein Vorhaben, das ihm eindeutig gelungen ist. So gab es auf dem diesjährigen Festival-Markt zum Beispiel erstmals eine mobile Fahrradwerkstatt, einen Bäcker aus Georgien mit heimischen Brot- und Käsespezialitäten, einen in einem alten Linienbus angereisten niederländischen Anbieter für umgearbeitete nostalgische Kleidung aus den 1960er und 1970er Jahren und einen Anbieter von ungewöhnlichen, recycelten Wohnaccessoires. Daneben war aber auch das schon seit vielen Jahren traditionelle Angebot an folkloristischer Kleidung und anderen Weltartikeln weiterhin vertreten. Eine für jeden Besucher gelungene Mixtur. Und der erst im vergangenen Jahr neu eingeführte, mit roh gezimmerten Palettensofas und einer kleinen Bühne ausgestattete Platz in der Mitte des Marktes erfreute sich erneut großer Beliebtheit.

Neu dagegen waren die zahlreichen Gartenzwerge auf dem Rasenstreifen vor der Festivalhalle, zwischen denen die Besucher in großer Zahl lagerten, während in der Festivalhalle selber die nächste Aktion vorbereitet wurde. Damit deren Beginn niemand verpasste, wurde jedes Mal kurz vorher ein Bollerwagen mit einer mechanisch betriebenen Trommel durch die Marktreihen gezogen. Dass sich der Markt danach zwar ein wenig, aber nicht allzu deutlich leerte, zeigte, wie viele Besucher offenbar nur seinetwegen gekommen waren.

"Ja, die Resonanz bisher ist nicht schlecht", betätige eine Marktanbieterin für fruchtige Liköre und Marmeladen aus Holderberg, und auch der äthiopische Besitzer eines Standes, an dem die Besucher frisch gerösteten Kaffee und gebratene Fleischspezialitäten aus seinem Heimatland probieren konnten, war recht zufrieden. Andere, wie der Neukirchen-Vluyner Vertreiber von Schnapsspezialitäten aus der amerikanischen Prohibitionszeit musste bei den sommerlichen Temperaturen jedoch ein wenig kämpfen, um sich gegen die Anbieter von Bier und anderen kalten Getränken durchzusetzen.

"Ich bin eigentlich kein unbedingter Freund des Moerser Jazzfestivals, aber diesen Markt hier finde ich sehr schön", erklärte eine Besucherin aus Rheinhausen am Samstag. "Ja, wir haben eine Weile experimentieren müssen, bis wir diese dörfliche Atmosphäre heraus hatten. Aber jetzt ist sie gut", erklärte Organisator Norbert Knabben dazu.

(lang)
Mehr von RP ONLINE