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Bundestagswahl 2021 im Kreis Wesel: Das sind die zehn Kandidaten

Die Kandidaten für den Bundestag im Kreis Wesel : Der Kampf um den Wahlkreis

Zwei Frauen und acht Männer treten am 26. September an, um im Wahlkreis Wesel II das Direktmandat für den Deutschen Bundestag zu gewinnen. Wer sind sie, und was haben sie vor?

Die Bundestagswahl entscheidet, wie der Name erahnen lässt, in erster Linie über die Zusammensetzung des Parlaments, des Bundestages. In der öffentlichen Wahrnehmung geht es hingegen höchstens am Rande um die einzelnen Kandidaten. In Zeiten der maximalen Zuspitzung steht eigentlich nur noch eine Frage im Vordergrund: Wer wird Kanzlerin, wer wird Kanzler? Doch darüber entscheidet der Wahlgang am 26. September nicht direkt. Nicht der Bundeskanzler wird vom Volk gewählt, sondern die Abgeordneten. 598 sind es eigentlich, doch wegen Überhang- und Ausgleichsmandaten sitzen derzeit 709 Politiker im Parlament.

Eine oder einer von ihnen wird in der künftigen Legislaturperiode den Wahlkreis Krefeld II – Wesel II vertreten. Dazu gehören die Städte Moers und Neukirchen-Vluyn aus dem Kreis Wesel sowie der nördliche Teil der kreisfreien Stadt Krefeld mit den Stadtbezirken Nord, Hüls, Mitte und Ost. Bei der Bundestagswahl 2017 holte Kerstin Radomski den Wahlkreis 114 erstmals direkt für die CDU. Nun treten zwei Frauen und acht Männer an, um ihr das Direktmandat streitig zu machen. Wer sind sie?

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Kerstin Radomski, CDU

Aus dem Stand holte die Krefelderin 2009 35,1 Prozent der Erststimmen – mehr, als man ihr gegen SPD-Mann Siggi Ehrmann zugetraut hatte. 2013 zog sie noch über Platz 40 der Landesliste NRW in den Bundestag ein, bevor sie 2017 den Wahlkreis der SPD abjagte. Geboren 1974 in Hüls, Lehramtsstudium in Bochum (Biologie, Geographie), berufliche Stationen in Viersen, Eschweiler, Mönchengladbach, zuletzt Krefeld: Radomski ist ein Gewächs des Niederrheins. Als politische Schwerpunkte bezeichnet sie die Themen Familie, Bildung und Umwelt. Im Bundestag gehört sie dem gewichtigen Haushaltsausschuss an.

Jan Dieren, SPD

Mitglied der SPD ist Dieren seit 2008. Drei Jahre lang war er stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungsozialisten (Jusos). Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr wurde er in Moers-Meerbeck direkt in den Stadtrat gewählt, wo er seit November Vorsitzender des Sozialausschusses ist. Eine Findungskommission hatte ihn als Kandidaten für die Bundestagswahl ausgeguckt, die Vorstände im Unterbezirk Krefeld und des Kreisverbands Wesel standen einstimmig hinter ihm. Inhaltlich setzt er auf klassisch sozialdemokratische Themen: vom bezahlbaren Wohnraum über eine Erhöhung des Mindestlohns bis hin zur sozial gerechten Klimawende. Dieren wurde 1991 im Moerser Bethanien-Krankenhaus geboren, studierte Internationale Beziehungen, arbeitete einst in Siegmund Ehrmanns Berliner Büro und ist heute Mitarbeiter einer Kölner Rechtsanwaltskanzlei.

Ulle Schauws, Grüne

Ulle Schauws, seit 2002 Mitglied der Grünen, zog 2013 erstmals über Platz 13, 2017 über Platz 11 der Landesliste in den Bundestag ein- und ist als Fachpolitikerin für Frauenpolitik und Antidiskriminierung bundesweit bekannt. In der Corona-Krise ist für die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Familien-, Senioren, Frauen und Jugend vor allem die schwierige Lage der Frauen und Familien ein wichtiges Thema. Schauws wurde 1966 in Hüls bei Krefeld geboren, wuchs in einem landwirtschaftlichen Betrieb auf und ist von Haus aus Film- und Fernsehwissenschaftlerin.


Michael Terwiesche, FDP

Fünfmal hat der promovierte Jurist schon für den Bundestag kandidiert. Einmal ist, wie er selbst sagt, ein Schnupperkursus dabei herausgekommen: Nachdem Andreas Pinkwart auf sein Mandat verzichtet hatte, rückte Terwiesche 2005 für ihn nach. Wenig später schied er nach der Bundestagswahl im gleichen Jahr auch schon wieder aus. Der Moerser ist 58 Jahre alt, Fachanwalt für Verwaltungsrecht und ehemaliger Vorsitzender der Liberalen im Kreis Wesel. Bei der Europawahl 2019 verpasste er den Einzug ins Europaparlament. Politisch fordert er unter anderem einen Neustart in der Wirtschaftspolitik

Hauke Finger, AfD

Der Krefelder ist 53 Jahre alt, Bankbetriebswirt, seit 2013 Mitglied der AfD und seit 2016 Mitglied im NRW-Landesfachausschuss Finanzen. Als Bundestagskandidat tritt er im Wahlkreis Krefeld II – Wesel II die Nachfolge von Peter Müller an. Müller holte 2017 8,5 Prozent der Stimmen. Als eines der wichtigsten politischen Themen in den kommenden vier Jahren nennt Finger den Schutz von Heimat und Brauchtum.

Sebastian Schubert, Die Linke

Jahrgang 1986, ledig; er kommt ursprünglich aus dem Bonner Raum und ist für Ausbildung (Industriemechaniker bei Siemens) und Studium (Maschinenbau an der Hochschule Niederrhein und der Uni Duisburg) nach Krefeld gezogen. Schon länger politisch interessiert, ist er seit rund vier Jahren aktiv in der Parteipolitik. Hauptberuflich arbeitet er als Teamleiter in der Produktentwicklung bei einem mittelgroßen Industrieunternehmen am Niederrhein.

Hans Günther Schmitz, Freie Wähler

Die Freien Wähler sind neu auf Bundesebene und vor allem in Bayern stark. Die Bundesvereinigung, die ursprünglich mal als Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern auf kommunaler Ebene entstanden ist, versteht sich als Alternative zu den etablierten Parteien. Zu ihren Kernanliegen gehören die Stärkung der Kommunen, mehr basisdemokratische Elemente und Transparenz in der Politik. Hans Günther Schmitz ist von Beruf Pharmareferent, lebt in Krefeld und gehört dort dem Vorstand der UWG / Freien Wähler Krefeld an.

Carsten Butterwegge, Die Partei

Der Wahl-Moerser ist 1973 geboren und in Duisburg aufgewachsen. Butterwegge ist Geschäftsführer von „Die Fraktion“ im Moerser Rat. Wenn er nicht gerade Politik für Die Partei macht, tritt er unter dem Künstlernamen „Der Butterwegge“ als Musiker auf.

Lars Kosma, Die Basis

Die im Zuge der Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr entstandene Partei entsendet den 53 Jahre alten Lars Kosma ins Rennen um ein Direktmandat. Der Moerser ist gelernter Bankkaufmann und arbeitet als Datenschützer und Informationssicherheitsbeauftragter. Wichtige Aufgaben sieht er unter anderem im Bürokratieabbau. Der Partei wird vorgeworfen, der vom Verfassungsschutz beobachteten „Querdenker“-Bewegung nahezustehen. In Moers zeichnete Kosma unter anderem für eine Kundgebung der Gruppe im November 2020 verantwortlich.


Genja Raboteau, MLPD

Der 52 Jahre alte Kamp-Lintforter ist von Beruf Zimmermann. Politisch gehören die Bekämpfung der globalen Klimakatastrophe und ein konsequenter Gesundheitsschutz in der Corona-Pandemie zu seinen Top-Themen. Die MLPD wird vom Verfassungsschutz beobachtet.