Moers: Bundesliga-Duelle an Gummi-Griffen

Moers: Bundesliga-Duelle an Gummi-Griffen

Das Jugend-Kultur-Zentrum Bollwerk 107 am Bahnhof hat einiges an Veranstaltungen zu bieten - auch unter der Woche. Neben Spieleabenden und Jam-Sessions, kommen auch Freunde des guten alten Kneipenkickers auf ihre Kosten.

Während ein Top-Fußballspiel zwischen Bayern und Dortmund läuft und viele vor dem Fernseher ihre Lieblingsmannschaft anfeuern, finden einige trotzdem den Weg in das Moerser Bollwerk. Manche quizzen, manche frönen den Gesellschaftsspielen und wieder andere verbringen ihren Abend mit dem Kneipenkicker. Alle zwei Wochen trifft sich die Gruppe um den Moerser Christian Perbix (48) zum gemeinsamen Spiel und ist inzwischen eine feste Instanz im Programm des Bollwerks geworden.

Entstanden ist die Idee zur Gründung einer solchen Kicker-Community bei den damals noch stattfindenden Tischkicker-Turnieren: "Einmal im Monat fand hier ein Turnier statt, doch das war uns nicht genug und so trafen wir uns einfach öfter. Inzwischen bestehen wir schon im fünften Jahr", erzählt der Organisator Christian Perbix.

Schnell war klar, dass nur das Bollwerk für eine solche Art von Zusammenkunft in Frage kommt. Keine andere Lokalität biete den Mitgliedern die Nähe, Erreichbarkeit und den Platz. "Es sind aber auch ganz einfach die entspannte Umgebung, die gute Musik und die netten, aufgeschlossenen Menschen", sagt der 30-jährige Tomas Renner, der sogar aus Duisburg regelmäßig den Weg nach Moers findet. "Dass hier nicht geraucht wird, weiß ich außerdem sehr zu schätzen."

Auch wenn die Mitglieder immer mal wieder an kleineren Turnieren teilnehmen, als Profis sehen sie sich alle nicht. Der Spaß steht im Vordergrund, da sind sich alle einig. Und so wird in lockerer Runde das ein oder andere Bier getrunken und das Spiel der Gegner kommentiert.

Thomas Dittmann (57) ist dabei unangefochtener Kommentar-König. Seinen Sprüchen zu Ehren wurde sogar eine Wand mit den Highlights beschriftet.

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Atilla Cikoglu ist ebenfalls ein fester Bestandteil des Kicker-Teams und fast von Anfang an mit dabei. Als langjähriges Ratsmitglied der Stadt Moers, verfolgt er die Entwicklung des Bollwerks schon seit der Entstehung im Jahre 2009 interessiert: "Mir gefällt das gemischte Publikum hier sehr. Auch unsere Gruppe besteht aus jüngeren und junggebliebenen Menschen, die sich gegenseitig bereichern", sagt Cikoglu.

Neue Mitglieder sind deshalb herzlich willkommen. Dabei sind auch blutige Anfänger gerne gesehen und werden schnell in die Gruppe integriert.

Für ein Jugend-Kultur-Zentrum hat das Bollwerk 107 ein großes Angebotsspektrum, das sich seit Inbetriebnahme im Jahr 2009 fest in die Kulturszene der Stadt integriert hat. Sein direkter Vorgänger war das Jugend-Kultur-Zentrums am Südring, auch "Süden" genannt. Das Bollwerk liegt in unmittelbarer Nähe zum Moerser Bahnhof und war früher eine alte Güterhalle. Nach der Sanierung ist der rustikal-einladende Charme allerdings erhalten geblieben und zieht jährlich eine große Besucherzahl an. Und darunter sind auch die Moerser Tischkicker-Liebhaber.

Weitere Informationen gibt es auf der Facebook-Seite "Kickern in Moers" oder auf der Seite des Bollwerks selbst.

(lcon)