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Bürgermeisterwahl 2020 in Moers: Küster steht als Bündnis-Kandidat bereit

Bürgermeisterwahl 2020 in Moers : Küster steht als Bündnis-Kandidat bereit

Die Wählervereinigung „Grafschafter“ will ihren Vorsitzenden Claus Peter Küster erneut für die Bürgermeisterwahl aufstellen. Er wolle auch gerne als gemeinsamer Kandidat des „Bündnisses für Moers“ antreten, sagt Küster.

Dreimal hat Claus Peter Küster bereits für das Bürgermeisteramt kandidiert, dreimal zog er den Kürzeren. „Aber ich hab mich immer gesteigert“, sagte der Vorsitzende der Wählervereinigung „Die Grafschafter“ am Dienstag. „Bei der Wahl im Jahr 2014 war ich mit knapp acht Prozent der Stimmen dritter“ (nach Christoph Fleischhauer, CDU, und Norbert Ballhaus, SPD). Jetzt will Küster einen weiteren Versuch unternehmen, Chef im Moerser Rathaus zu werden. Die Grafschafter haben sich bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montagabend einstimmig für seine Kandidatur im Herbst 2020 ausgesprochen. Offiziell nominiert wird er Ende des Jahres.

Küster wird voraussichtlich gegen den amtierenden Bürgermeister Christoph Fleischauer (CDU) sowie den parteilosen Torsten Gerlach antreten. Eine Stichwahl wird es nach derzeitigem Stand der Dinge nicht geben. Wen SPD und Grüne ins Rennen schicken, steht noch nicht fest. Der designierte SPD-Kandidat Detlef Raabe hat vor zwei Wochen einen Rückzieher gemacht; ihm soll der Rückhalt innerhalb der Partei gefehlt haben. Einige Tage zuvor hatte SPD-Mann Michael Pela ebenfalls Interesse an einer Kandidatur angemeldet.

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Das Votum der Grafschafter für Küsters ist offenbar auch Ergebnis von bisher gescheiterten Bemühungen, sich innerhalb der Parteien des „Bündnisses für Moers“ (Grafschafter/SPD/Grüne) auf einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten für 2020 zu verständigen. Der aus Moers stammende Detlef Raabe, der aber seit Jahren in Berlin wohnt und arbeitet, habe jedenfalls nicht den Vorstellungen der Grafschafter von einem Bürgermeisterkandidaten entsprochen, sagt Claus Peter Küster: „Ein Bürgermeisterkandidat muss unserer Meinung nach ortsansässig, in Moers verwurzelt sein, er muss Rat und Verwaltung kennen und keine lange Einarbeitungszeit brauchen.“

Er sei nach wie vor vom „Bündnis“ überzeugt, sagte Küsters. Auf Fraktionsebene funktioniert es hervorragend.“ Bei der Bürgermeisterfrage sei aber „das Schiff ins Trudeln geraten“. Er selbst sei „selbstverständlich“ bereit, als gemeinsamer Bündnis-Kandidat in den Ring zu steigen. „Es wäre ein gutes Zeichen nach außen, wenn die Kooperationspartner auf uns zukommen würden. Wir sind für Gespräche offen.“

Die Moerser Sozialdemokraten wollen allerdings erst nach den Sommerferien weiter über die Bürgermeisterfrage nachdenken. „Wir holen erstmal Luft. Wir haben keinen Zeitdruck und wollen keinen Schnellschuss machen“, sagte der Stadtverbandsvorsitzende Harald Hüskes. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Atilla Cikoglu sagte am Dienstag, die Kandidatur Küsters sei abzusehen gewesen. Er gehe davon aus, dass die Ratsarbeit des Bündnisses bis zum Ende der Wahlperiode dadurch nicht in Schwierigkeiten gerät. Die Grünen wollen abwarten, welchem Kandidaten die SPD den Vorzug gibt.