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Bürgermeister: Kontaktsperre gibt gemeinsame Linie vor

Reaktionen auf Erlass : Bürgermeister: Kontaktsperre gibt gemeinsame Linie vor

Was halten die Rathauschefs von der angeordneten Kontaktsperre? Wie wird sie kontrolliert? Unsere Redaktion hat nachgefragt.

Die Coronakrise verändert alles, auch die Arbeit in den Stadtverwaltungen.

Rheurdt Seit Montag ist in der Gemeinde ein Security-Dienst unterwegs, um an den „Hotspots“ nach dem Rechten zu sehen. „Bei uns ist es absolut ruhig, wie auch unser ,Dorfsheriff’ bestätigt. Menschen stehen beim Einkauf auf Abstand. Vorgaben werden von den Anwohner konsequent eingehalten. Es funktioniert, die Botschaft ist angekommen“, sagt Udo Hoevelmans von der Gemeinde, die sich im rotierenden Schichtbetrieb befindet. „Die Kontaktsperre ist absolut richtig. Die Menschen werden sich daran halten.“ Im Sozialbereich der Verwaltung wird es demnächst mehr zu tun geben, wenn die 450-Euro-Jobber nach dem Wegfall ihrer Arbeitsplätze soziale Unterstützung und Wohngeld beantragen. „Da stocken wir an Mitarbeitern auf“, so Hoevelmans.

Neukirchen-Vluyn Für Harald Lenßen, Bürgermeister von Neukirchen-Vluyn, ist die Kontaktsperre „eine richtige Entscheidung, weil wir damit endlich eine einheitliche Regelung haben, die für unsere Kommunen gelten und bindend sind“, so Lenßen. Gerade die verschiedenen Anordnungen in den Ländern vor der Verhängung der Kontaktsperre am Sonntag habe in der Bevölkerung zu vielen Fragen und Unsicherheiten geführt. Ein Beispiel sei der Schnittblumenverkauf gewesen. „Es kann nicht sein, dass auf dem Wochenmarkt Schnittblumen verkauft werden und der ortsansässige Blumenhändler seinen Laden schließen musste“, so Lenßen. „Die Kontaktsperre gibt uns ein klares Instrumentarium an die Hand. Unsere Polizei zeigt Präsenz. Unsere Ordnungsamtskräfte sind ebenfalls im Einsatz und kontrollieren. Wir setzen auf Vernunft und die klare Ansprache.“ Wenn dennoch Wenige durch ihr Verhalten Viele gefährden, „werden wir Bußgelder verhängen und Strafanzeige stellen“, so Lenßen.

Kamp-Lintfort und Moers Für Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt ist die ausgesprochene Kontaktsperre im Gegensatz zur Ausgangssperre „ein guter Kompromiss. Ich denke, dass der Appell in großen Teil der Bevölkerung ankommt, wie uns das Wochenende schon gezeigt hat.“ In Moers werden Kontrollen verdoppelt, ein externer Sicherheitsdienst unterstützt, städtisches Personal wird in andere Arbeitsbereiche integriert. „Die Kontaktsperre ist genau das Richtige und eine Gratwanderung zwischen Notwendigkeit und Akzeptanz. Die Menschen haben das dringende Bedürfnis nach deutlichen Ansagen“, so Fleischhauer. Noch am Nachmittag stimmten sich die 13 Bürgermeister im Kreis mit dem Landrat über die einheitliche Handhabung in einer Telefonkonferenz ab.