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Bürger in Schwafheim fürchten Verkehrschaos durch Großbaustelle

Mitte April bis Mitte September : Schwafheimer fürchten Verkehrschaos

Großbaustelle von Mitte April bis Mitte September an der Düsseldorfer Straße sorgt für Diskussionen.

Von Mitte April bis Mitte September erhält die Düsseldorfer Straße in Schwafheim eine neue Fahrbahndecke und Richtung Innenstadt einen Fahrradstreifen. Zunächst will die ENNI Stadt und Service im Auftrag der Stadt das Stück zwischen Heideweg und Länglingsweg erneuern, dann zwischen dem Länglingsweg zwischen Kirchweg. Während an „Hauptschlager“ des Verkehrs in den Moerser Süden „operiert“ wird, fließt der Auto-, Lastwagen und Busverkehr Richtung Krefeld oder Rumeln weiter über die Düsseldorfer Straße, die einspurig befahrbar bleibt. Von Süden wird dieser Verkehr über den Abzweig beim Gartencenter Schlößer über die Römer Straße bis zur Kreuzung dieser Straße mit der Ruhrorter Straße weiträumig umgeleitet. Schon jetzt sorgt das für Diskussion.

Auto- und Lastwagenverkehr „Natürlich muss der Verkehr weiträumig um Schwafheim herumgeleitet werden“, sagt Jochen Kelleter. „Nur so, wie die Stadt es plant, funktioniert das nicht.“ Den Verkehr in Schwafheim zu beruhigen, ist ein Ziel des Schwafheimers. So arbeitete er unter anderem bei einem entsprechenden Verkehrskonzept mit, das vom CDU-Stadtverband Moers im Herbst 2019 in die Politik eingebracht wurde.

Viele Autofahrer würden Schleichwege benutzen, um die weiträumige Umfahrung zu umgehen, befürchtet er, insbesondere über den Heideweg, die Waldstraße und die Straße „Am Heiligen Berg“. „Durch die Wohnstraßen ist der Weg für Autofahrer kürzer“, erläutert der Schwafheimer. „Da helfen keine Anlieger-Frei-Straßen. Weil am Länglingsweg ein großer Edeka-Markt, Geschäfte und Arztpraxen liegen, können Autofahrer in Neu-Schwafheim immer sagen, sie hätten ein Anliegen. So nimmt der Verkehr durch die Wohngebiete zu.“

Um das zu verhindern, stellt die Stadt Schilder auf und platziert halbseitige Warnbaken. „Viele Autofahrer ignorieren Sperrungen“, weiß Kelleter. „Manche benutzten selbst eine Einbahnstraße in falsche Richtung, wie zurzeit die Straße „Am Heiligen Berg“. Ich habe eine Fahrt in falscher Richtung auf einem Foto festgehalten. Nur mit ständigen Kontrollen und drastischen Strafen sind Sperrungen durchzusetzen. Doch dafür fehlt der Polizei das Personal. So wird die Umfahrung durch Wohngebiete ein Chaos mit Ansage werden.“

Die Stadt Moers zeigt Verständnis für die Sorgen der Anwohner. „Uns ist klar, dass diese Baustelle zu einer Belastung führen wird“, weiß Thorsten Schröder. Pressesprecher der Stadt Moers. „Wir haben nach der Abwägung aller Belange einen Kompromiss gefunden, der den dringenden Erfordernissen der Feuerwehr und der Polizei Rechnung trägt.“ So geht es hierbei um wertvolle Minuten im Einsatzfall. „Bei einem Brand oder einem medizinischen Notfall, wie beispielsweise einem Schlaganfall, können wenige Minuten lebensrettend sein“, erklärt Andre Gesthüsen von der Feuerwehr Moers. „Diese Minuten würden wir verlieren, wenn wir nicht mehr stadtauswärts fahren könnten. Das wäre unverantwortlich.“

Busverkehr Die Busse der Linie SB 80 fahren während des zweiten Bauabschnitts über Länglingsweg, Waldstraße und Am Heiligen Berg. Die Strecke der Linie 914 führt über Dürerstraße, Länglingsweg, Waldstraße und Am Heiligen Berg. Wenn Autofahrer diese Wege nutzen, um die weiträumige Umfahrung über die Römerstraße zu umgehen, verlängern sich Fahrzeiten.

Fuß- und Radverkehr Fußgänger und Radfahrer können während der Bauphase weiter den Fußweg wählen, der stadtauswärts rechts an der Düsseldorfer Straße liegt, da dieser nicht verändert wird. Radfahrer dürfen diesen allerdings nur mit Schritttempo befahren. Wenn der Umbau abgeschlossen ist, hat die Düsseldorfer Straße stadteinwärts einen Radstreifen. Dieser ist 1,85 Meter breit und mit einer weißen durchgezogenen Linie abgetrennt. Autofahrer dürfen darauf weder fahren noch daneben parken.

„Mit diesem Radstreifen ändert sich die Aufteilung des begrenzten Verkehrsraums“, sagt Karl-Heinz Degen. Der ADFC-Sprecher begrüßt den Bau des Radstreifens, der den Radschnellweg Ruhr RS1 von Dortmund über Bochum und Essen nach Duisburg-Homberg über Moers nach Kamp-Lintfort verlängern soll. Er hält ihn aber für viel zu schmal: „Der Radstreifen hat nur die Mindestbreite. Er müsste viel breiter gebaut werden, auch als Weg auf dem Lasträder unterwegs sind. Das wäre zukunftsweisend.“