Bürger-AG will das Peschkenhaus in Moers retten.

Ältestes Bürgerhaus in Moers : Bürger-AG will das Peschkenhaus retten

Im Gewölbe des 500 Jahre alten Bürgerhauses waren Risse entdeckt worden. Es drohte Einsturzgefahr. Die Bürger-AG will das Kellergewölbe sanieren. Kosten: Bis zu 200.000 Euro.

Das Gewölbe im Peschkenhaus wurde gesichert. Architekt Frank Reese zeigt die Risse im Gewölbe und in den Pfeilern, die sich im März deutlich verstärkt hatten. Foto: Anja Katzke

Tiefe Risse durchziehen einen der Pfeiler, der mit fünf anderen das niedrige Gewölbe des Peschkenhauses trägt. „Das Gebäude ist im Moment zur Ruhe gekommen, doch der Untergrund ist labil“, fassen Heinz-Adolf Janßen und Hans-Gerd Hendrix den Status quo im ältesten Bürgerhaus in Moers zusammen. Seit der Schließung des Peschkenhauses im April haben der Vorstandsvorsitzende und der Aufsichtsratsvorsitzende der Bürgeraktiengesellschaft keine ruhige Minute mehr. Um das Ausmaß bewerten zu können, beauftragten sie Statiker und Bodengutachter mit der Untersuchung des Kreuzgewölbes. „Die Risse sind offenbar auf Veränderungen des Baugrundes zurückzuführen. Die genauere Untersuchung durch das Geotechnische Büro Koppelberg und Gerdes führte zu dem Ergebnis, das Gewölbe provisorisch zu sichern und das Peschkenhaus bis auf weiteres zu schließen“, erklärte Janßen am Freitag. Der Standort des Peschkenhauses war früher ein Meer. „Der Boden ist mit einem ausgetrockneten Flussbett zu vergleichen“, sagt Hendrix. In Abstimmung mit Gutachtern, Statikern, der Unteren Denkmalbehörde und Vertretern von Fachfirmen prüfte die Bürger-AG in den vergangenen Tagen und Wochen die Optionen – mit dem Ergebnis: „Wir wollen das Gebäude erhalten.“ Erste Kostenschätzungen belaufen sich für die Sanierung auf 160.000 bis 200.000 Euro. „Zur Sicherung der Standfestigkeit der Gewölbedecke und der darüber liegenden Geschosse werden die sechs Pfeiler mit Segmentpfählen gestützt“, erläutert Frank Reese. Der Moerser hatte bereits bei der umfassenden Sanierung des Gebäudes als Architekt für die Bürger-AG gearbeitet. Die Pfahlgründungen müssen eine Tiefe von 4,5 Metern bis zum festen Boden überwinden. Kein leichtes Unterfangen, da der Gewölbekeller recht niedrig ist. „Wir stehen vor einer großen Herausforderung“, betont Heinz-Adolf Janßen. Die Arbeit fängt jetzt erst an: Es müssen weitere Bodenuntersuchungen durchgeführt, ein förmlicher Bauantrag gestellt und Fachfirmen gefunden werden, die Zeit haben, die Sanierung durchzuführen. „Es gibt positive Signale, dass sowohl die Bezirksregierung als auch die NRW-Stiftung Mittel für die Sanierung bereitstellen“, so Janßen. Die Bürger-AG mit ihren 90 Aktionären wird dennoch einen mindestens fünfstelligen Eigenanteil einbringen müssen. Dieser soll durch eine Kapitalerhöhung gestemmt werden. „Wir hoffen, dass unsere Alt-Aktionäre, aber auch neue Interessenten uns bei der Finanzierung unterstützen.“ Heinz-Adolf Janßen geht davon aus, dass die Arbeiten im September starten und im Dezember wieder eine Ausstellung im Peschkenhaus laufen wird. In der Hauptversammlung der AG am 29. August soll das Sanierungs- und Finanzierungskonzept vorgestellt werden.