Moers: Breitbandausbau könnte im März 2019 starten

Moers: Breitbandausbau könnte im März 2019 starten

Die Städte der Wir-4-Region arbeiten eng zusammen. Die Enni hat die Koordination übernommen.

Ein schnelles und stabiles Internet ist heute ein entscheidendes Instrumente der Wirtschaftsförderung. Und trotzdem ruckelt und rappelt es an vielen Stellen in der Wir-4-Region Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg noch immer ganz schön. In Moers zum Beispiel gibt es in Holderberg und im Bereich Schwafheimer Bruch einen von mehreren weißen, sprich: unterversorgten, Flecken. Ähnlich sieht es im Süd-Westen von Kapellen aus. Weniger als 30 Mbit stehen dort derzeit zur Verfügung. Die gute Nachricht ist, dass sich das bald ändern soll.

Weil Datenkabel vor Stadtgrenzen keinen Halt machen, arbeiten die Wirtschaftsförderer der Wir-4-Kommunen eng zusammen, um den Breitbandausbau voranzubringen. Als Koordinatorin für den Ausbau des Glasfasernetzes akquiriert die Enni derzeit Fördermittel, um die ermittelte Wirtschaftlichkeitslücke von 28 Millionen Euro zu schließen. Nachdem der Bund bereits eine Unterstützung von 14 Millionen Euro zugesagt hat, warten die Verantwortlichen jetzt auf die in Aussicht stehende Finanzspritze des Landes. Bis April soll diese fließen. "Möglicher Baubeginn wäre März 2019, wir rechnen mit 15 Monaten Bauzeit und einer fertigstellung Mitte/Ende 2020", erklärte Wolfgang Baum von der Konzernsteuerung im Enni-Verwaltungsrat.

Konkret sollen in allen vier Kommunen 4025 Haushalte, 350 Gewerbeimmobilien und 55 Schulen an das schnelle Netz und damit an die Zukunft angeschlossen werden. Dafür, berichtete Baum, sei - unter Nutzung vorhandener Strukturen - der Bau von 759 Kilometern Glasfaser, 82 Kilometern Leerrohren und 182 Kabelverzweigern notwendig.

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Aus dem Fördertopf soll Kamp-Lintfort am meisten Geld erhalten, nämlich rund 8,2 Millionen Euro. Rund 7,9 Millionen sind davon für den Ausbau von Anschlüssen in Privathaushalten verplant, rund 370.000 für Gewerbegebiete. Moers bekommt rund 5,2 Millionen Euro, dort fließt die gesamte Summe in Privatanschlüsse. Neukirchen-Vluyn ist rund sieben Millionen Euro im Spiel, 6,7 Millionen sind für Privathaushalte vorgesehen. Nach Rheinberg gehen rund 6,5 Millionen, rund 600.000 Euro davon zum Breitbandausbau in Gewerbegebieten. Abgesehen davon, sagt die Enni, werden 14,5 Kilometer Glasfaser für Schulen verlegt, für insgesamt rund 1,3 Millionen Euro.

"Der Breitbandausbau ist ein wirklich gutes Beispiel dafür, wie interkommunale Zusammenarbeit gelingen kann, ohne dass einer der Beteiligten seine Identität verliert", sagt Enni-Vorstand Hans-Gerhard Rötters. Sobald die Förderzusage des Landes vorliegt und die Finanzierungslücke geschlossen ist, soll in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren ein geeignetes Telekommunikationsunternehmen für den Netzausbau gesucht werden.

(RP)