Moers: Bravo-Rufe für tolles Weihnachtskonzert

Moers: Bravo-Rufe für tolles Weihnachtskonzert

Der Auftritt des "Niederrheinischen Kammerorchesters Moers" im Kammermusiksaal der Musikschule bot ein abwechslungsreiches Programm aus musikalischen Raritäten und vielen bekannten Kompositionen.

Unter der Leitung von Dirigent Michael Preiser eröffnete das Orchester das Konzert im ausverkauften Martinstift mit der ausgesprochen kurzweiligen Ouvertüre c-Moll von Christoph Graupner. Im Stil einer französischen Suite vereint die Ouvertüre eine Reihe lebhafter und schwungvoller Tänze. Der Barockkomponist Christoph Graupner, der im Jahre 1683 im sächsischen Kirchberg geboren wurde, trat nach dem Studium zunächst eine Stelle als Cembalist an der Oper in Hamburg an, ehe ihn der Darmstädter Landgraf Ernst August als Kapellmeister an seinen Hof holte. Als Graupner das Angebot bekam, als Nachfolger seines Lehrers Johann Kuhnau Thomaskantor in Leipzig zu werden, verbot ihm der Landgraf den Wechsel und überzeugte seinen Kapellmeister zudem mit einer kräftigen Gehaltserhöhung. So blieb Christoph Graupner in Darmstadt, während kein Geringerer als Johann Sebastian Bach als "Ersatz" für Graupner den Posten des Thomaskantors in Leipzig übernahm.

Da war es nur folgerichtig, dass das Niederrheinische Kammerorchester sein Weihnachtskonzert mit dem berühmten "Konzert für zwei Violinen und Orchester d-Moll" von Johann Sebastian Bach fortsetzte. Mit den Brüdern Nathan und Elias Bergé übernahmen dabei zwei ehemalige Schüler von Konzertmeisterin Ludmilla Chramkova die Solopartien.

Beide erhalten mittlerweile Unterricht an der Kölner Musikhochschule, sind Mitglieder des Landesjugendorchesters NRW und mehrfache Preisträger beim Wettbewerb "Jugend musiziert". Es war durchaus beeindruckend, wie souverän und scheinbar mühelos die beiden jungen Musiker das Doppelkonzert vortrugen. War das Spiel von Nathan Bergé mit ausdrucksstarkem Vibrato eher griffig und energisch, so wirkte der Vortrag seines jüngeren Bruders Elias sehr viel sehnsuchtsvoller und meditativer. Das Moerser Publikum belohnte den Auftritt der beiden Brüder mit langanhaltendem Applaus.

Die zweite Konzerthälfte wurde mit der spätbarocken "Ouvertüre in C" und der frühklassischen "Sinfonia in C" von Carl Heinrich Graun eröffnet. Besonders in der "Sinfonia" nimmt Graun, der 1704 in Dresden geboren wurde und als Kapellmeister am Hof von Friedrich dem Großen zahlreiche Opern komponierte, Elemente der klassischen Symphonien vorweg, die an Haydn oder Mozart erinnern.

Mit dem "Konzert für Violoncello und Orchester" von Carl Philipp Emanuel Bach, dem berühmtesten Sohn von Johann Sebastian Bach, endete das Weihnachtskonzert schließlich. Thomas Weihrauch, der Stimmführer der Celli beim Niederrheinischen Kammerorchester, spielte das technisch überaus anspruchsvolle Werk mit großer Virtuosität und einem wunderbar singenden und warmen Ton.

Auch in den schwierigsten Passagen des Gesamtwerkes mit schnellen Arpeggien und Läufen strahlte Thomas Weihrauch, der an der Musikhochschule in Aachen studiert hat und als Musiklehrer an Musikschulen im Kreis Kleve unterrichtet, eine große Gelassenheit und Ruhe aus.

Er wurde vom Publikum mit stürmischem Beifall und "Bravo"-Rufen gefeiert.

(cas)