Moers: "Brave New World": Eine coole Zeit endet

Moers: "Brave New World": Eine coole Zeit endet

Die Moerser Band löst sich auf. Im Bollwerk haben sich die Mitglieder musikalisch von ihren Fans verabschiedet.

Dass es meist besser ist, aufzuhören, wenn es am schönsten ist, hat auch die fünfköpfige Moerser Band "Brave New World" verstanden. Am Freitag gaben die Musiker im Bollwerk 107 ihr Abschlusskonzert. Die Bandmitglieder möchten künftig getrennte Wege gehen - jedenfalls musikalisch. Wie genau das aussehen wird, sei bei allen unterschiedlich. Klar ist, dass sie auch beruflich im Musikgeschäft tätig werden wollen, in welcher Form, werde die Zeit zeigen. Am Freitag wurden gemeinsam mit treuen Fans vier Jahre Bandgeschichte gefeiert. Denn nach einer veröffentlichten EP, zwei erfolgreichen Musikvideos und vielen gemeinsamen Erfahrungen, sollte der Abschied keinesfalls im Stillen geschehen.

Unterstützt wurde Brave New World dabei von dem Sänger Staubelephanten und der Band Chamäleon.

Das Bollwerk, ein Ort, an dem die Band jahrelang geprobt und erste Bühnenerfahrungen gesammelt hat, stellte für den Abschied den perfekten Rahmen zur Verfügung. Besonderheit: die Gäste durften selbst entscheiden, wie viel Eintritt sie zahlen wollten. Auch die CDs, Buttons und T-Shirts am Merchandise-Stand waren gegen eine freiwillige Spende zu erstehen. Der Erlös aus Eintritt und Merchandise der kommt gemeinnützigen Organisation Sea-Watch zugute, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat.

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Doch warum aufhören, wenn es doch gerade so gut läuft? Großer Streit? Unüberbrückbare Differenzen? Obgleich dies wohl der spannendere Grund gewesen wäre, Brave New World trennt sich eher aus pragmatischen Gründen. "Wir haben vor zwei Jahren die Schule beendet, da hat sich das so ergeben. Einige sind weggezogen, einige fangen an zu studieren. Das ist zeitlich immer schwieriger geworden", sagt Elin Samson, Sängerin der Band. Zudem habe es sich auch musikalisch nicht mehr weiterentwickelt. Das ändert jedoch nichts an der Beliebtheit der bereits entstandenen Songs. Vor allem der erste eigene Song "Transparency" beschreibe die Band am besten und komme beim Publikum besonders gut an.

Ein weiteres Highlight sei definitiv auch die Aufnahme der eigenen EP gewesen. "Da hat man sich selbst als Musiker nochmal ganz anders erfahren", sagt Jacques Wienicke, Schlagzeuger der Band. Generell ist Erfahrung das höchste Gut, dass die fünf jungen Musiker im Alter von 20 bis 23 Jahren aus ihrer Zeit mit Brave New World mitnehmen. Man habe viel gelernt, auch über einander. Das Miteinander war ihnen stets die wichtigste Komponente.

Und was haben die Band-Mitglieder ihren Fans zum Abschied noch zu sagen? "Macht das, worauf ihr Bock habt! Man kann eine coole Zeit haben und diese kann dann auch wieder enden", sagt Miriam Schlünkes, Sängerin und Gitarristin. Das Projekt Brave New World ist nun zwar zu Ende, doch die Freundschaft bleibt. Die Erinnerungen und die Musik sowieso.

(ial)