Brand in Moers unter Kontrolle: Feuer zerstört Gewerbehalle

Explosionen und grünlicher Rauch : Großbrand zerstört Gewerbehalle in Moers

Lagerhalle in der Moerser Innenstadt brennt in voller Ausdehnung

Eine Gewerbehalle an der Klever Straße in Moers ist durch ein Feuer zerstört worden. Ein Reifen-, ein Auto- und ein Sprühfolien-Handel brannten aus. Den benachbarten Lidl-Markt konnte die Feuerwehr retten – doch ein Mensch wurde leicht verletzt.

Der Alarm bei der Feuerwehr ging um 10.22 Uhr ein, und von Anfang an war den Einsatzkräften klar: Auf sie wartete ein Haufen Arbeit. „Schon bei Ausrücken konnten wir an der Feuerwache die schwarze Rauchsäule sehen“, sagte später Christoph Rudolph. Leiter der Moerser Feuerwehr. Als die Löscheinheiten an der Klever Straße eintrafen, schossen aus einer Gewerbehalle die Flammen.

In der dreigeteilten Halle befanden sich im vorderen Bereich ein Reifenhandel, dahinter ein Online-Versand für Sprühfoliensowie ein Autohandel. Ein Lidl-Markt liegt direkt nebenan. Er wurde mithilfe der Polizei evakuiert, ebenso wie hinter dem Brandort liegende Gebäude auf Firmengeländen der Niag und der Vossloh Locomotives. Es bestand höchste Gefahr, dass die Flammen auf Lidl übergreifen. Eine Aufgabe der Wehr bestand darin, dies zu verhindern. „Wir konnten Lidl zum Glück halten“, meldete Rudolph gegen Mittag. Die Anlieferung des Discounters ist allerdings beschädigt worden.

Die Polizei sperrte die Klever Straße in Höhe Wilhelm-Schröder-Straße, Baerler Straße, Landwehrstraße und Greefstraße ab. Rundherum staute sich der Freitags-Verkehr. Vom Rewe- und Aldi-Parkplatz gegenüber des Einsatzortes, hinter einer rot-weißen Flatterband-Absperrung, verfolgten Schaulustige das Geschehen. Sie sahen dichten schwarzen Rauch und ein Flammenmeer, aus dem immer wieder seitlich und zur Straße hin teils riesige Stichflammen schlugen. Durch eine der Stichflammen erlitt ein Feuerwehrmann leichte Verbrennungen. Er wurde im nahen Bethanien-Krankenhaus behandelt. Weitere Menschen kamen nicht zu schaden.

In der Zuschauermenge stand auch der Besitzer der Gewerbehalle. Er selbst habe als Ein-Mann-Betrieb lediglich den Reifenhandel geführt, sagte er unserer Zeitung. Das Feuer habe er zunächst gar nicht bemerkt, er sei durch einen Anruf alarmiert worden und habe sich sofort in Sicherheit gebracht.

Mehr als eine Stunde waren in dem Flammenmeer Explosionen zu hören – allem Anschein nach waren in der Halle Sprühlack-Dosen gelagert worden, die in der Hitze hochgingen. Der dichte schwarze, später auch grünlich-graue Qualm zog in Richtung Meerbeck, wo es bestialisch stank und Dreck niederging. Die Menschen wurden über Internet, die Warn-App Nina und Radio aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nach Einschätzung von Christoph Rudolph handelte es sich um normalen Brandrauch, der natürlich auch giftig sei, aber durch einen recht starken Wind zum Glück schnell verweht wurde. „Es bestand keine Gefahr für die Bevölkerung“, sagte der Feuerwehr-Leiter. Die Bahn stellte sicherheitshalber vorübergehend den Verkehr auf der hinter dem Brandort verlaufenden „Niederrheiner“-Linie (RB31) ein. Der Moerser Bahnhof, in den Rauch gezogen war, wurde geräumt; ein Notfall-Manager der Bahn sei eingeschaltet gewesen.

Nach zwei Stunden hatte die Feuerwehr die Flammen weitgehend niedergeschlagen, die Explosionen hörten allmählich auf. „Wir können bald zu den Nachlöscharbeiten übergehen“, sagte Christoph Rudolph nach einer Lagebesprechung, an der auch Bürgermeister Christoph Fleischhauer teilnahm. Bis in den Nachmittag war die Wehr beschäftigt. Die Ursache des Feuers war zunächst unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

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