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Blitzer in Haltestelle blockiert Blinden-Markierung

Bürgermonitor : Blitzer versperrt Markierung für Blinde

Ein Blitzerwagen der Kreises, der regelmäßig in einer Bushaltestelle steht, sorgt weiter für Diskussionsstoff.

Die Diskussion um ein Blitzer-Fahrzeug des Kreises, das regelmäßig in der Bushaltebucht an der Düsseldorfer Straße/Ecke Heideweg parkt, um Temposünder zu überführen, geht in die nächste Runde. Ein Leser hatte in der vergangenen Woche gefragt: Dürfen die das? Und wenn ja, warum eigentlich?

Wie berichtet beruft sich der Kreis Wesel auf eine formal korrekte, von sich selbst ausgestellte und von allen kreisangehörigen Kommunen abgezeichnete Ausnahmegenehmigung, die Tempokontrollen an Unfallschwerpunkten wie der Düsseldorfer Straße zum Beispiel auch aus Bushaltestellen heraus oder von Grünstreifen aus erlaubt. Gabriele Kaenders (Linke) findet das Vorgehen der Kreis-Mitarbeiter trotzdem unmöglich.

„Der Fall ist mal wieder ein Beweis für die totale Ignoranz und Bürgerunfreundlichkeit von Teilen der Verwaltung“, sagt die Ratsfrau. Denn: Der Blitzer steht genau vor dem für Sehbehinderte auf dem Boden aufgebrachten Aufmerksamkeitsfeld, das zum Beispiel einem Blinden das selbständige Einsteigen in den Bus ermöglichen soll.

„Der Bus hält genau mit der vorderen Tür vor dem Feld“, sagt Kaenders. „Wenn da nicht der Blitzer steht, denn dann läuft der Blinde vor den Pkw.“ Abgesehen davon handele es sich um eine neuere Bushaltestelle mit hohem Bürgersteig. „Der ermöglicht einen einfachen höhengleichen Einstieg in die meisten Busse, ideal für gehandicapte Menschen. Wenn der Blitzer da parkt, kann der Bus aber in der Regel nicht parallel direkt neben dem Borstein halten – es entstehen gefährliche Zwischenräume, die zu Stürzen verleiten.“

 Abgesehen von den technischen Problemen sei das Parken eines Blitzers in der Bushaltestelle aber auch ein komplett falsches Signal für alle Autofahrer, betont die Ratsfrau. „Wer so etwas sieht, wird sich im Zweifel denken: Okay, was die dürfen, das darf ich wohl auch!“