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Moers: Blaue Schafe für mehr Toleranz

Moers : Blaue Schafe für mehr Toleranz

Samstag stellte der Rheinberger Aktionskünstler Rainer Bonk eine Herde von 50 blauen Schafen in der Moerser Stadtkirche auf. Auch großformatige Werke seiner Kölner Kollegin Bertamaria Reetz waren in der Kirche zu sehen.

Es gibt die lila Kuh, die schwarz-gelb gestreifte Ente - und eben das blaue Schaf. Die blauen Polyesterschafe von Rainer Bonk aus Rheinberg genießen mittlerweile fast Kultstatus. Und seine Herde kommt ganz schön herum: Sie graste schon in Venedig, Berlin, vor dem EU-Parlament in Straßburg und in etwa 40 weiteren Städten im In- und Ausland. Am vergangenen Wochenende waren die Schafe in der Moerser Stadtkirche zu Besuch.

Im Rahmen der Aktion "Stadtkirche stützen" sollten sie Geld in die Kasse des Bauvereins für die Kirchenrenovierung spülen. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen St. Josef-Kirche am Samstagmorgen trugen die Kirchenbesucher die 50 Schafe zu ihrer vorbereiteten neuen Weidestelle in der Evangelischen Stadtkirche.

Die Blauschafe tragen darüber hinaus eine politische Botschaft: Alle sind gleich - jeder ist wichtig. "Mit dieser Aussage und dem ihnen eigenen Charme möchten die Blauschafe Denkanstöße geben und für ein friedliches und tolerantes Miteinander werben", so Aktionskünstler Bonk. Jede Stadt, die den Schafen "Weiderecht" gewährt, wird selbst zum Bestandteil des Kunstprojekts. Sie wird symbolisch zum Mitglied eines sich ständig vergrößernden Städteverbunds, der die Zielsetzung der blauen Schafe bejaht.

Als erkennbares Zeichen verbleibt eines der Blauschafe im Rathaus der jeweiligen Stadt und wird dem Bürgermeister überreicht. Zum ersten Mal seit ihrer Geburt im Jahre 2009 waren die Schafe zu Besuch in einer Kirche.

Die bildende Künstlerin Bertamaria Reetz passte sich mit ihren in der Kirche ebenfalls ausgestellten Werken der sakralen Umgebung an: "Die Bilder handeln vom Werden und Vergehen und vom sich wiederholenden Kreislauf des Lebens", erklärte sie. Um die Herde besser in Szene zu setzen, sponsorte die Unternehmensgruppe ENNI den Lichttechniker Michael Klinkhammer, der die Schafe am Samstagabend illuminierte. Dazu gab es eine avantgardistische Untermalung vom Duisburger Musiker Wolfgang Schöps.

Vor elf Jahren "erfand" Rainer Bonk seine witterungsbeständigen Schafe, die zwar naturalistisch aussehen, jedoch mit einem Farbton versehen sind, der dem berühmten ultramarinen Blau des französischen Künstlers Yves Klein ähnelt. Mittlerweile sind in Europa Tausende dieser Schafe in Umlauf. Die etwa acht Kilogramm schweren und 50 Zentimeter hohen Tiere werden momentan für 120 Euro pro Stück angeboten.