Birgitta Meier bekommt Wunschkonzert in Moers.

Kultur in der Grafschaft : Moerserin bekommt ihr Wunschkonzert

Die Musikschule ließ Birgitta Meier ein Programm zusammenstellen. Zu den Künstlern gehörte ihr Sohn, der Pianist David Meier.

Der Begriff Wunschkonzert hätte für dieses Erlebnis in der Moerser Musikschule nicht treffender sein können. Von Komponisten wie Chopin über Camille Saints-Saëns bis zu Alberta Ginastera – das 19. und 20. Jahrhundert offenbarte sich bei dieser musikalischen Reise. Federführend für den Genuss war in diesem Fall Birgitta Meier, früher selbst Klavier- und Flötenschülerin an der Musikschule. Als fleißige Konzertbesucherin sicherte sie sich im vergangenen Jahr die Chance, selbst ein Konzertprogramm zusammenzustellen (siehe Info). Auch den Veranstaltungsort konnte Birgitta Meier bestimmen. Sie wählte den Konzertsaal der Musikschule.

Rahmenbedingungen, an die Ulrike Schweinfurth, stellvertretende Schulleiterin, am Konzertabend erinnerte. Der Arbeitstitel „Mein Konzert“ erwies sich als maßgeschneidert und gab den musikalischen Weg vor. Zu den besonderen Momenten gehörte, dass neben den Lehrkräften der Musikschule ihr Sohn David seinen Part leistete und für sie Frédéric Chopin und Sergej Rachmaninow spielte, ganz zur Freude des fachkundigen Publikums. David ist lange Schüler der Musikschule und mittlerweile im Elektrotechnik-Studium. Dass er den Anfang auf musikalisch hohem Niveau machte, entsprach seinem Wunsch. „Ich habe dann noch den Kopf frei und bin sehr konzentriert. Danach ist die Musik der anderen für mich ein wirklicher Genuss“, sagte der 19-jährige Moerser später.

Chopins dramatische wie leidenschaftliche Ballade op. 47 As- Dur war ein Wunsch seiner Mutter. Rachmaninow Préludes op. 32 entstammt einem spätromantischen Zyklus von 24 Präludien in Dur- und Molltonarten. Die von David Meier ausgesuchten Stücke Nr. 10 h moll und Nr. 12 gis moll gelten in Fachkreisen als überaus schwer und anspruchsvoll. „Ich habe selten die Gelegenheit, sie vor Publikum zu spielen“, so der Student. In seiner Brust schlagen zwei Herzen. Eines für die Elektrotechnik, das andere für Musik. Daher bereitet er sich auf die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln vor.

„Den Tanz der Ziegen“ für Querflöte von Arthur Honegger hatte sich seine Cousine Paula Schmitz ausgesucht. Auch sie wurde vom Publikum mit langanhaltendem Applaus belohnt. Mit Kerstin Ralfs-Bollhöfer (Fagott) und Florian Besten (Klavier) schlugen zwei Lehrkräfte der Musikschule aus der Sonate D-Dur op. 168 das Komponistenwerk von Camille Saint-Saëns auf, der vielen durch den „Karneval der Tiere“ in Erinnerung ist. Beide spielten die Besonderheit ihrer Instrumente aus, die miteinander wetteiferten.

Nach der Pause bestimmten Lehrer Gennadiy Weisberg mit Lukas Tings und Erblin Fejza mit Klezmermusik den zweiten Teil. Ein Wunsch von Birgitta Meier, den sie auch dem Publikum erklärte. „Weil man diese Musik an Musikschulen nicht hört. Ich wusste, dass es in Moers jemanden gibt, der es kann“, sagte Birgitta Meier.

Wagner Prado, seit einem Monat Klavierlehrer an der Musikschule, entführte musikalisch mit Ary Barroso, Antonio Carlos Jobim und Alberto Ginastera nach Brasilien und Argentinien des 20. Jahrhunderts. „Eine kleine musikalisch-kulturelle Reise“, so Wagner Prado. Das Publikum belohnte mit anhaltendem Applaus.

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