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Bethanien-Krankenhaus Moers: Schmerzfrei dank künstlicher Schulter

Bethanien-Krankenhaus : Schmerzfrei dank künstlicher Schulter

Die Implantation von Schulterprothesen sorgt besonders bei der älteren Generation für neue Beweglichkeit, Schmerzfreiheit und Lebensqualität. Wie bei Renate Ueberfeld, die sich am Krankenhaus Bethanien operieren ließ.

Für Renate Ueberfeld ist die Welt wieder in Ordnung. Sie ist bereits an der zweiten Schulter operiert worden und freut sich über eine zurückgewonnene Beweglichkeit wie Schmerzfreiheit. „Das war nicht immer so“, schildert die 78-jährige Patientin, die sich vom Schulterspezialisten Dr. Christoph Chylarecki am Krankenhaus Bethanien in Moers operieren ließ.

Ihre Arme konnte sie unter Schmerzen maximal bis auf Schulterhöhe heben. Wenn sie den Kopf wenden wollte, drehte sie mit dem Oberkörper. Mit ein Grund für den Verschleiß sei eine Chemotherapie, so ihre Vermutung. „Anziehen, kämmen, ich konnte fast gar nichts mehr. Selbst kleine Tätigkeiten im Haushalt nicht“, erinnert sie sich. Ein Zustand, den sie nicht hinnehmen wollte und sich daher mit ihrem Mann Hermann-Josef auf die Suche nach fachärztlicher Begleitung machte.

Im Kampf mit den Windmühlen zeigte sie Durchhaltevermögen. „Von einer Operation wurde mir stets abgeraten und weiterhin die Physiotherapie und die Einnahme von Schmerzmitteln empfohlen. Hinzu kam der Rat, meine Situation anzunehmen“, so Renate Ueberfeld.

Kollege Zufall spielt mit, als das Ehepaar über einen Lokalsender von erfolgreichen Operationen in der Schulterchirurgie erfuhr, speziell bei älteren Patienten. Schulterspezialist Chylarecki berichtete im Beitrag über den Einsatz einer besonderen Schulterprothese, die für Beweglichkeit und in Folge für Schmerzfreiheit sorgt.

Im Mai 2019 ließ sich Renate Ueberfeld an der linken Schulter operieren, jetzt, im Januar, folgte der Eingriff an der anderen Schulter. „Schon kurz nach der ersten Operation konnte ich den Kopf wieder drehen“, erinnert sie sich an die beginnende Beweglichkeit im Schulter-Kopf-Bereich. „Und das ist meine Botschaft, die ich anderen in meinem Alter geben möchte. Mut haben und aktiv werden“, so die 78-Jährige über die wiedergewonnene Lebensqualität.

Rund 80 Operationen dieser Art nimmt der Schulterchirurg am Bethanien-Krankenhaus im Jahr vor. Die Schulter gilt als das komplizierteste und beweglichste Gelenk des Körpers. „Das Wichtigste dabei sind nicht die Knochen, sondern die Muskeln und Sehnen, die als sogenannte Rotatorenmanschette bezeichnet werden. Die Sehnen dieser Muskeln halten die Schulterkugel.

Durch den Aufbau des Gelenks ist allerdings der Verschleiß anatomisch bedingt und führt zu Beschwerden schon ab dem 40. Lebensjahr“, erklärt Chylarecki. Aufgabe der Rotatorenmanschette ist beispielsweise, dass der Arm ein- und auswärts gedreht werden kann. „Die Sehnen können aufgrund von Verschleiß reißen. Ein banaler Anlass reicht“, so der Spezialist am Bethanien-Krankenhaus.

Folgen können Schmerzen im Schulterbereich und Oberarm sein. Patienten klagen über starke Schmerzen bei Ruhe, in der Nacht. „Jüngere Menschen, die beruflich über Jahre viel Überkopfarbeiten ausüben oder aber intensiven Ballsport betreiben, gehören zu den Risikogruppen“, sagt Chylarecki. „Die betroffene ältere Generation wird eher vernachlässigt.“

Nach dem Eingriff übernimmt das sogenannte „inversive Schultergelenk“ die Tätigkeit der defekten Rotationsmanschette. „Diese spezielle Prothese ersetzt Pfanne und Kugel in umgekehrter Weise. Die künstliche Kugel sitzt auf der Schulterpfanne. Die Muskulatur lässt sich wieder bewegen und sorgt für neue Stabilität“, so der erfahrene Chirurg.

Bereits vor Jahrzehnten sorgten erste künstliche Schultergelenke für eine Revolution am OP-Tisch. Spezialisierte OP-Technik und optimierte Prothesen kommen im Krankenhaus Bethanien zum Einsatz. „Die Eingriffe dauern gut eine Stunde“, berichtet der Schulterspezialist. Statt Ruhigstellung setzt er auf Mobilisierung und gibt seinen Patienten einen Plan mit täglichen Bewegungsübungen mit. Alle weiteren Maßnahmen, wie die begleitende Heilbehandlung nach drei Wochen, koordiniert das Krankenhaus.