Moers: Besucheransturm zur Baustelle

Moers: Besucheransturm zur Baustelle

Das Interesse war größer als erwartet. Moerser Bürger nahmen den einstündigen Termin "Offene Baustelle" am Bildungszentrum an der Wilhelm-Schroeder-Straße am Samstag gerne wahr und fragten nach.

Die Sicherheitshelme wurden knapp, die am Samstag morgen pünktlich um 10 Uhr an die Besuchergruppe vergeben wurden. Die Chance, das neue Bildungszentrum noch im Rohbau zu besichtigen, wurde gut genutzt. "Wir sind überrascht und freuen uns über so viel positive Resonanz", meinte Burkhard Elbers, stellvertretender Bauleiter Hochtief nach dem Besichtigungstermin. Schon eine erste Führung am Freitag, die sich an städtische Mitarbeiter richtete, war auf reges Interesse gestoßen.

"Löffelfertig" im Oktober

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Gemeinsam ging es mit den Moerser Bürgern in die verschiedenen Bereiche des dreigeschossigen Baus, die sich Bibliothek, Stadtarchiv, VHS und Kulturbüro teilen werden. Die offizielle Einweihung ist zum 27. November geplant, der Einzug soll im Oktober stattfinden. "Der harte Winter hat uns vier Wochen Zeit gekostet. Das beunruhigt nicht, denn die Vorarbeiten waren derartig gut, dass keine Terminverzögerung eintreten wird. Wir übergeben löffelfertig", betonte sein Kollege Dino Pillitteri. Löffelfertig so, erfuhr die Gruppe, "ist die Steigerung von schlüsselfertig und umfasst alle Einbauten sowie die Ausstattungen der Räume."

Zu allen Grundrissen zeigte er während des Rundgangs fertige Innenraumsperspektiven wie die im Erdgeschoss. Ein erster Eindruck entstand, wie und wo sich das Leben in dem betont formal-schlichten Bildungszentrum abspielen wird. Die Räumlichkeiten werden lichtdurchflutet sein, ein farbiges Leitsystem wird zukünftige Besucher führen. Die Farben des Stadtwappens standen Pate. Die Farbe Gelb soll das Bildungszentrum prägen. Auch auf der großen Wand im Foyer des Erdgeschosses wird in gerasterter Form das Bild von Hanns Dieter Hüsch in Gelb zu sehen sein. "Die Farbe Rot ist für das Neue Rathaus geplant und ist nicht Ausdruck politischer Gesinnung", fügte Elbers lachend hinzu. Die Besuchergruppe war bereits sicher, dass sich der Neubau als "Rotes Rathaus" etablieren wird. Mit von der Partie war auch Helmut Kupfer, der nicht mit Fragen sparte. Er ist vom Fach und stellte fest: "Alles sieht sehr gut aus, einfach tiptop." Von Interesse des rund 50 Millionen teueren PPP-Objektes war unter anderem die Frage nach der Wärmeversorgung. Fernwärme wird das Gebäude heizen. Plattenheizkörper versorgen die Büroräume, Fußbodenheizungunter anderem die Bibliothek. Ein wenig skeptisch wurde der Standort des vhs-Gymnastikraumes mit großen Fensterfronten zur Wilhelm-Schroeder-Straße beurteilt. Helma Prosen beobachtet den Baufortschritt als Anwohnerin. Sie wohnt genau gegenüber. Anfängliche Kritik in der Bevölkerung wie "zu groß und zu grob" will die Moerserin nicht gelten lassen. "Das Bildungszentrum ist für Moers ein Gewinn. Wir müssen doch nach vorne, in die Zukunft schauen."

(RP)