Kamp-Lintfort: BenQ: 82 Prozent haben Jobs

Kamp-Lintfort : BenQ: 82 Prozent haben Jobs

Arbeitsminister Karl-Josef Laumann äußerte sich am Montag zufrieden darüber, dass 1160 ehemalige BenQ-Beschäftigte mittlerweile eine neue Arbeit gefunden haben. Transfergesellschaft und EU-Hilfen hätten Wirkung gezeigt.

"Ich bin glücklich, dass es uns gelungen ist, so viele Menschen vor Arbeitslosigkeit zu bewahren und ihnen eine neue Perspektive zu geben", sagte der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann gestern in Düsseldorf.

Rund 1160 ehemalige BenQ-Beschäftigte in Kamp-Lintfort und Bocholt haben eine neue Arbeitsstelle gefunden oder sich selbstständig gemacht. Das sind 82 Prozent der für die Vermittlung zur Verfügung Stehenden. Nicht zur Verfügung stehen beispielsweise Personen beim Übergang in Rente, bei langer Krankheit oder in Elternzeit.

Positive Resonanz

Der Minister zog eine außerordentlich positive Bilanz der Aktivitäten der Transfergesellschaft und des Europäischen Globalisierungsfonds für die ehemaligen BenQ-Beschäftigten: "Hier werden Gelder sinnvoll für den Menschen eingesetzt und dringend benötigte Fachkräfte ausgebildet. Davon habe ich mich bei meinem Besuch in einer CNC-Qualifizierungsmaßnahme im letzten Jahr selbst überzeugen können". (CNC = computerisierte Steuerung von Werkzeugmaschinen). Mit Qualifizierungsmaßnahmen, beispielsweise zum Zerspanungstechniker, Automatisierungstechniker oder zum Lastwagen- und Busfahrer, konnte dieses gute Vermittlungsergebnis erzielt werden.

Projekt lief Montag aus

Derweil arbeiteten Landes- und Bundesregierung weiter Hand in Hand, um Gelder aus dem neu geschaffenen Europäischen Globalisierungsfonds zu erhalten. Der Antrag der Bundesregierung erhielt grünes Licht von der Europäischen Union. Die Kommission hat auf Antrag Deutschlands im Herbst 2007 12,8 Millionen Euro für Maßnahmen für die von der BenQ-Insolvenz betroffenen Mitarbeiter bewilligt. Mit diesem bundesweit ersten aus dem Globalisierungsfonds geförderten Projekt wurden zusätzlich Maßnahmen für die Betroffenen finanziert. Das Projekt hatte eine Laufzeit vom 1. Oktober 2007 bis gestern.

Der Europäische Globalisierungsfonds ist ein Kriseninterventionsinstrument, das seit Anfang 2007 zur Verfügung steht. Jährlich können dabei bis zu 500 Millionen Euro zur Abmilderung der Folgen von globalisierungsbedingten Massenentlassungen eingesetzt werden. Damit soll eine verbesserte berufliche Integration der Betroffenen ermöglicht werden. Deutschland war — neben Frankreich und Finnland — unter den ersten Antragstellern.

Durch die Insolvenz von BenQ hatten insgesamt über 1700 Mensen in und um Kamp-Lintfort und Bocholt ihre Arbeit verloren.

(RP)
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