1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Mädchen in Moers beschützt: Beifall für mutigen Busfahrer

Mädchen in Moers beschützt : Beifall für mutigen Busfahrer

Bogdan Mainka, der für die Busgesellschaft Niag als Fahrer arbeitet, hat einer 16-Jährigen geholfen, die in seinem Bus zusammengeschlagen wurde. Jetzt fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft eine harte Strafe für den Täter.

Mehr als eine Woche nach dem Zwischenfall in seinem Bus der Linie 911 geht es Bogdan Mainka (49) etwas besser. "Wenn ich Schmerztabletten einnehme, habe ich kaum Probleme", sagt der Busfahrer. Mindestens bis zum Ende der Woche ist er noch krank geschrieben. "Eine schwere Rippenprellung", sagt Mainka. "Der Arzt sagt, das dauert mindestens fünf Wochen, bis es ausgeheilt ist."

Wie unsere Zeitung berichtete, hatte der Fahrer mutig einem Mädchen beigestanden, das von seinem Ex-Freund auf dem Weg von Duisburg-Homberg nach Moers im Bus verprügelt worden war. Dabei hatte der Täter Mainka durch Schläge verletzt. Die Busgesellschaft Niag selbst machte den Fall publik. Seitdem haben viele Menschen unter anderem auch auf den Internet Seiten von rp-online.de Mainka ihre Anerkennung ausgesprochen.

"Die Reaktion war überall ,Daumen hoch'", berichtet Mainka. Trotzdem will er nicht so fotografiert werden, dass man ihn wiedererkennt. Er fürchtet seit dem Vorfall nicht nur für seine eigene Sicherheit, "sondern auch um die meiner Familie". sagt er.

Inzwischen hat die Polizei Duisburg weitere Details über die Übergriffe bekanntgegeben. Am vergangenen Mittwoch war in dem Bus ein 18-jähriger Deutscher mit seiner Ex-Freundin in Streit geraten. Anders als zunächst von der Niag mitgeteilt, war das Mädchen 16 und nicht 14 Jahre alt. Mainka bekam auf seinem Fahrersitz mit, dass hinter ihm etwas nicht in Ordnung war und ging nach hinten, um zu sehen was los war. Dort traf er auf das Mädchen, das bereits aus der Nase blutete.

"Der Typ war total verrückt. Als ich damit drohte, die Polizei zu holen, legte er den Nothahn um, um die Türen zu öffnen." Als Mainka sich ihm entgegenstellte, wurde der Täter handgreiflich. Mainka erlitt eine Rippenprellung, ein Zahn brach ab. "Ich hätte nie gedacht, dass mir das passieren könnte, immerhin wiege ich über 100 Kilo", sagt er. Er hält sich nicht für einen Helden: "Das war doch nichts Besonderes", sagt er.

Die Polizei Duisburg sieht in dem Fall einen "ganz normale Beziehungstreit", der nicht zu vergleichen sei etwa mit der Schlägerei im Hauptbahnhof Mönchengladbach, bei der zwei junge Frauen schwer verletzt worden waren.

Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerklschaft lobt die Zivilcourage Mainkas: "Hut ab. Er hat ein Signal gesetzt. Nun kommt es darauf an dass der Täter zeitnah eine spürbare Strafe erhält."

Die Niag versicherte, dass Mainka jede erforderliche Hilfe erhalten und keinen finanziellen Schaden durch die Tat haben werde.

(RP/rl/top/jco)