Moers: Bauboom sorgt für steigende Kosten bei der Stadt

Moers: Bauboom sorgt für steigende Kosten bei der Stadt

Auf Ausschreibungen werden kaum noch Angebote abgegeben. Außerdem fehlt technisches Fachpersonal.

Schulen, Kitas, Turnhallen, öffentliche Gebäude: Wenn Kommunen an-, um- oder neubauen wollen, haben sie in letzter Zeit immer häufiger Probleme, Unternehmen zu finden, die sich auf öffentliche Ausschreibungen bewerben und Angebote abgeben. Grund sind die gute Konjunktur, der Bauboom und - auf der anderen Seite - ein dramatischer Fachkräftemangel. "Für Moers resultieren daraus im Moment vor allem höhere Kosten", sagt Stadtsprecher Klaus Janczyk. Denn die Nachfrage bestimmt bekanntlich den Preis.

Heißt: Dort, wo die Stadt vor vielleicht zwei Jahren noch die Auswahl hatte und im Zweifel auf die günstigste Option zurückgreifen konnte, trudel mittlerweile nicht selten nur noch ein bis zwei Angebote pro Ausschreibung ein.

"Das Problem besteht gefühlt seit Ende vergangenen Jahres", sagt Janczyk. Bei der Wohnungsbau Stadt Moers und beim zentralen Gebäudemanagement werde das auch als solches wahrgenommen. Es sei immer schwieriger, Unternehmen zu finden, die Fenster einbauen, anstreichen, Fliesen legen oder eine neue Haustechnik einbauen, heißt es. Aber auch Planer - Ingenieure, Architekten oder Gutachter für den Brandschutz - werden händeringend gesucht. Fachleute im technischen Bereich fehlen. Das macht sich bemerkbar, auch in Zahlen.

So lagen die Baupreisindizes des Statistischen Bundesamtes im letzten Quartal 2017 für Wohnungen bei einem Wert von 118, für Bürogebäude bei 118,8. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2016 kamen die Werte bei 114,1 und 114,6 aus. 100 ist der zugrundegelegte Richtwert. Das bedeutet einen Steigerung von 3,4 beziehungsweise 3,7 Prozent. Bei der Stadt Moers gebe es Berater, die sagen, dass man aktuell sogar von einer jährlichen Preissteigerung von fünf Prozent ausgehen müsse, sagt Janczyk. Bislang sei aber noch keine Ausschreibung komplett durch die Decke gegangen.

(juha)