Moers: Barocke und romantische Klänge

Moers : Barocke und romantische Klänge

Das Niederrheinische Kammerorchester gab ein Weihnachtskonzert im Martinstift.

Das Weihnachtskonzert des Niederrheinischen Kammerorchesters Moers, das am Samstag- und Sonntagabend im Martinstift stattfand, spannte einen musikalischen Bogen vom Barock bis in die Romantik. Eröffnet wurde das Konzert unter der Leitung von Michael Preiser mit der Ouvertüre aus der Suite c-Moll von Georg Philipp Telemann, der neben Johann Sebastian Bach als einer der wichtigsten und produktivsten Komponisten des Barock gilt. Von den über 3600 Werken Telemanns sind allerdings zahlreiche Kompositionen verschollen. Bei der Ouvertüre aus der Suite c-Moll handelt es sich um ein kurzes Vorspiel sowie eine Folge von Tanzsätzen. Während das einleitende Vorspiel beim Konzert im Kammermusiksaal einen sehr getragenen Charakter hatte, waren die Tanzsätze hingegen meist überaus lebhaft.

Mit dem Konzert für Violoncello in g-Moll des österreichischen Komponisten Matthias Georg Monn stand dann ein Werk der Frühklassik auf dem Programm. Über den Komponisten ist nur sehr wenig bekannt. Monn wurde 1717 geboren und lebte als Organist und Komponist in Wien. Er starb 1750 im Alter von 33 Jahren. Da auch sein jüngerer Bruder Johann Christoph als Musiker und Komponist tätig war, lassen sich einige ihrer Werke nicht eindeutig zuordnen. Das Konzert für Violoncello gehört zu den bekanntesten Werken Monns. Vorgetragen wurde das Konzert im Martinstift von der Cellistin Lilian Mann, die das Allegro des ersten Satzes, das den Charakter eines barocken Concerto grosso hat, mit einem warmen und vollen Cello-Klang präsentierte. Beim zarten Adagio des zweiten Satzes sowie dem schnellen Allegro des Schlusssatzes konnte Lilian Mann, die in Freiburg und Saarbrücken studiert und vier Jahre beim Gewandhausorchester Leipzig gespielt hat, ihre musikalische Sensibilität und kunstvolle Virtuosität gleichermaßen unter Beweis stellen.

In der zweiten Konzerthälfte war zunächst das Divertimento Nr. 1 D-Dur KV 13 von Mozart zu hören. Bei diesem Jugendwerk des 16-jährigen Mozarts handelt es sich um eine dreisätzige Komposition nach barockem Vorbild. Nach einem spielerischen Allegro und einem getragenen Andante endete das Divertimento mit einem forschen Presto. Abgeschlossen wurde das Weihnachtskonzert mit der dreisätzigen Sinfonia Nr. 2 D-Dur, die Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von 13 Jahren komponiert hatte und in der barocke und klassische Einflüsse ebenso zu finden sind wie die Hinwendung zur Romantik. Danach begleiteten die Streicher das Publikum noch beim Lied "Macht hoch die Tür".

"Die abwechslungsreiche Auswahl der Stücke und insbesondere die Solistin haben mir gut gefallen", sagte Brigitte van Boxtel, die gemeinsam mit ihrem Mann seit 20 Jahren aus Aldekerk zu den Konzerten des Kammerorchesters nach Moers kommt.

(RP)
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