Moers: Banjo-Club musiziert mit Posaunenchor

Moers : Banjo-Club musiziert mit Posaunenchor

Im Jungbornpark gab es unter anderem ein fröhliches Zusammentreffen von Blechblas,-Zupf und Tasteninstrumente. Bei dem Kurkonzert wurde vor Ort live improvisierte Musik gespielt, was beim Publikum sehr gut ankam.

Die Kurkonzerte des Repelener Posaunenchores haben Tradition. Dass Chorleiter Michael Wittfeld und seine Blechbläser sich dennoch auf etwas musikalisch Neues einlassen, erlebten die Zuhörer auf ihren Bänken vor dem Friedhelm-Wittfeld-Musik-Pavillon im Jungbornpark am Wochenende. Insgesamt 45 Musiker fanden dort Platz. Auf den ersten Blick erschienen Instrumente wie Waschbrett, Piano und Banjo ungewohnt. Sie gehören den Musikern des Düsseldorfer Banjo-Clubs.

Schon die kurze Phase des Einstimmens verriet, dieses Kurkonzert sollte anders werden. Ein freudiges, kehliges "Oh yeah" gab die Richtung vor und bekam noch vor Konzertbeginn den ersten Applaus. Vorbeilaufende Passanten und Fahrradfahrer blieben kurzerhand stehen. "Für uns ein musikalischer Versuch und etwas Anderes. Wir spielen mal keine Kirchenmusik", meinte Chorleiter Wittfeld, der seit über einem Jahrzehnt den Posaunenchor leitet.

Bekannt ist der Posaunenchor auch durch die musikalische Gestaltung der Gottesdienste der Kirchengemeinde. Ein abwechslungsreiches Programm von anderthalb Stunden bestimmte den Spätnachmittag, der unter ganz anderen Vorzeichen startete. "Wir beginnen eine Stunde früher. Mit den Banjo-Spielern haben wir nicht mal geprobt, sondern setzen auf die Kunst des Improvisierens", resümierte Wittfeld. Auch wurden keine Liedheftchen zum Mitsingen ans Publikum verteilt. "Die brauchen Sie heute nicht. Denn Sie werden keine Spucke mehr zum Singen haben. So begeistert werden Sie sein", versprach Wittfeld. Locker leicht, in Düsseldorfer Manier mit kleinen Frotzeleien, übernahm dann Soloposaunist Dieter Grosche, Leiter des Banjo-Clubs, die Moderation.

Er erzählte zwischen den einzelnen Stücken über den vermutlich einzigen Banjo-Club Europas und seine Entstehungsgeschichte, die auf den Banjo-Papst Günter Amendt zurückgeht. Die Band sei einfach das Ergebnis, wenn "Leute diskutieren, Bier trinken und dann seltsame Ideen haben", meinte er. Seit über 20 Jahren sorgt die Banjo-Band für gute Laune mit ihren Stücken in amerikanischer Tradition.

Zum Repertoire gehören Dixieland, Jazz, Gospels, Irish Folk und alte Schlager der "Roaring Twenties". Und wenn Sängerin Ingrid Schubert dann noch ihre Stimme erhebt, passt alles zusammen. "Heute spielt das Leben schön", meinte Dieter Grosche. Musik kennt eben keine Grenzen, denn Banjo und Blechblasinstrumente passen zusammen, wie die Zuhörer schnell feststellten. Die Banjo-Spieler klinkten sich kurzerhand beim Posaunenchor ein. Waschbrettspieler Pierre-Jean machte den Anfang, die anderen fanden schnell ins Spiel. Ungewöhnlich, so Wittfeld, sei auch die Terminabsprache für das erste gemeinsame Konzert gewesen. "Wir haben Verwandte in Repelen, die im Posaunenchor sind", meinte Dieter Grosche. Das nächste Kurkonzert in Repelen steht nach den Sommerferien an.

(RP)