Moers: Ballhaus lädt Kirmesopfer ein

Moers: Ballhaus lädt Kirmesopfer ein

Der Bürgermeister hat dem Mädchen, das vor einem Jahr bei einem Unfall am "Höllentaxi" seinen Fuß verlor, einen Brief geschrieben. Das Fahrgeschäft hat sich wieder beworben, wurde aber abgelehnt.

Es war Freitag, der 3. September 2010, halb sechs abends. Soeben hatte Bürgermeister Norbert Ballhaus die Kirmes auf dem Friedrich-Ebert-Platz eröffnet und war mit Gefolge zum traditionellen Kirmesrundgang gestartet. Weit kam der Tross nicht. Plötzlich war alles voll mit Krankenwagen.

Denn am Fahrgeschäft Höllentaxi auf dem Friedrich-Ebert-Platz hatte sich ein schwerer Unfall ereignet: Ein elfjähriges Mädchen war mit einem Bein unter eine Gondel des Karussells geraten. Der Fuß musste später in einer Klinik amputiert werden.

TÜV gab grünes Licht

Das "Höllentaxi" ist eine Schienenbahn, die mit hintereinander gehängten kleinen Wagen im Kreis fährt. Der TÜV inspizierte noch am Unglücksabend die Technik, befand alles okay und gab das Höllentaxi wieder frei.

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Die Ermittlungen ergaben, dass das Mädchen aufgestanden war, bevor die Gondeln ganz gestoppt hatten. Es verlor offenbar das Gleichgewicht, stürzte und geriet mit dem Fuß zwischen die Wagen. Die Elfjährige wurde — trotz Notbremsung durch die Betreiberfamilie Senk — einige Meter mitgeschleift.

Dieses Jahr ist das Höllentaxi nicht dabei. Zwar hat die Firma Senk sich auch diesmal wieder um Teilnahme beworben. "Eine Zusage kam schon allein deshalb nicht in Betracht, weil wir bei den Großfahrgeschäften, den Attraktionen, immer einen Wechsel anstreben, um die Kirmes für den Besucher attraktiv zu gestalten. Die Absage in diesem Jahr erfolgte daher grundsätzlich nicht allein aufgrund des Unfalls", erklärt Pressesprecher Thorsten Schröder.

Bürgermeister Norbert Ballhaus hat dem verunglückten Mädchen und seiner Familie vor einigen Tagen einen Brief geschrieben und alle zu einem Besuch im Rathaus eingeladen. Noch hätte die Familie nicht reagiert, sagt Schröder. Es war nicht der erste schwere Unfall mit dem "Höllentaxi": Im November 2009 wurde im hessischen Hochheim ein 41-jähriger Mann, der während der Fahrt ohnmächtig geworden war, bei 40 km/h aus der Gondel hinausgeschleudert werden. Er überlebte trotz schwerer Verletzungen.

Auch für die Moerser Kirmes war es nicht der erste schwere Unfall. 1990 löste sich die Gondel am Fahrgeschäft "Skylab" auf dem Friedrich-Ebert-Platz. Eine 38-Jährige starb, zwölf Menschen wurden damals schwer verletzt.

(RP)