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Bäckerei Büsch in Kamp-Lintfort: „Unverpackt“ kommt bei den Kunden an

Bäckerei Büsch : „Unverpackt“ kommt bei den Kunden an

Die Bäckerei Büsch mit Sitz in Kamp-Lintfort hatte im Zuge der Umweltdiskussion eine eigenständige „Unverpackt“-Aktion ins Leben gerufern. Mit der Resonanz ist das Unternehmen sehr zufrieden.

Die Bäckerei Büsch, die ihre Zentrale auf Rossenray in Kamp-Lintfort hat, hatte Anfang Februar den „Unverpackt-Tag“ ins Leben gerufen. „Vor Corona war die Nachhaltigkeit ein großes Thema, Fridays for Future war in aller Munde. Und jeder Mensch hat seinen Einfluß auf das Unmweltverhalten“, sagt Marketingleiterin Annett Swoboda An diesem Tag konnte jeder Kunde in jeder Filliale alle Produkte des Unternehmens „unverpackt“ einkaufen, seine eigene Verpackung dafür mitbringen. Und wer seinen eigenen Kaffee- oder Mehrwegbecher mitbrachte, konnte einen „Coffee-to-go“ umsonst genießen. „Stand der Becher auf der Theke, dann befüllte das Team mit Kännchen die Tasse.“

Am „Unverpackt-Tag“ wurde bei Büsch auch der sogenannte Umweltpass eingeführt, auf dem Kunden sich für den umweltbewussten Einkauf jedes Mal einen Stempel geben lassen können – und nach zwölf Stempeln ein Bauernkrusten-Brot gratis erhalten. Bis zum 30 Juni läuft diese Aktion noch. „Sie wurde sehr gut angenommen“, lautet Swobodas Fazit – trotz Anlaufschwierigkeiten. „Der erste Tag war da noch sehr zögerlich. Wir dachten damals, wir werden damit überrannt.“ Das war allerdings nicht der Fall. „Das war für uns zunächst enttäuschend.“ Nach und nach habe der Ansatz aber gegriffen. „Wir haben dafür ja die Umfüllstationen mit den Backwaren, Da haben wir die Brötchen in Körbchen gefüllt, und dann wurde das umgepackt.“

Dabei sei das über die Monate ein Lernprozess für alle Beteiligten gewesen – sowohl für die Verkäuferinnen, die sich erst mal an den Polybeutel und die Körbe gewöhnen mussten, als auch für die Kunden, die die Alternative für die Brot-Plastiktüte dabei haben mussten. „Viele bringen einfach ihre Taschen mit.“

Der „Lockdown“, bedingt durch die Corona-Pandemie, habe dabei „die Aktion und die Idee des Ganzen“ nicht unterbrochen, unterstreicht die Büsch-Marketingreferentin. „Bemerkenswert ist, dass es stabil geblieben ist.“ Mittlerweile seien einige tausend Umweltpässe schon zurückgekommen. „Das heißt, wir haben zig tausend ,to go’-Becher und Tüten eingespart“, sieht Anett Swoboda den Effekt der Aktion. „Denn zum Beispiel die Deckel sind da gar nicht recyclefähig, die Becher selbst erst über Jahre.“ So gesehen habe die Aktion schon jetzt eine Menge gebracht. „Und wir haben lobende Verbraucherbriefe erhalten – auch das ist ja nicht unbedingt selbstverständlich.“

Das Unternehmen setzt darauf, dass die Aktion, die bis Ende des Monats noch weiterläuft, auch darüber hinaus langfristig trägt. Anett Swoboda ist davon überzeugt, dass es wirklich ein nachhaltige Veränderung der Verhaltensmuster bewirkt hat. „Wir hoffen, dass diese feste Konstanz erhalten bleibt, auch wenn wir ab Juli keinen Einblick mehr haben. ob das zunimmt. Auch wenn die Stempel und der Anreiz weg sind, werden wir weiter nachhaltig verkaufen. Und die Kunden können weiter ihre Taschen mitbringen.“

Diese Zuversicht teilt Verkäuferin Melanie Korschel, die in dem Handwerkercafé der Bäckerei Büsch am Krummen Steg einer Kundin via Korb die Backwaren herrüberreicht. „Es gibt viele Stammkunden – und auch ganz Neue – die mit eigenen Flechtkörben und Baumwolltaschen kommen.“