Axel Berchem blickt auf viele spannende Konzerterlebnisse in Moers zurück.

Interview Axel Berchem : Blick zurück auf viele Konzerterlebnisse

Der Stadtkirchen-Kantor gibt sein Abschiedskonzert am Freitag, 23. August. Sein Nachfolger steht bereits fest.

In wenigen Wochen verabschiedet Kantor Axel Berchem sich in den wohlverdienten Ruhestand. Seit dem 1. April 1981 war er an der Ev. Stadtkirche zu Moers tätig und hat der Gemeinde und den Musikfreunden unzählige eindrucksvolle Konzerterlebnisse beschert: von großen Oratorien über Jazz-Gottesdienste bis zu lockeren Abenden mit „Bach, Bier und Buletten“. Unermüdlich war auch sein Engagement, die Musik des von ihm sehr geschätzten Komponisten Sigfrid Karg-Elert in Moers zu etablieren. RP-Mitarbeiterin Petra Riederer-Sitte sprach mit dem Kirchenmusiker über sein Wirken an der Stadtkirche und seine Pläne für die Zeit danach.

Herr Berchem, Sie haben in Ihrer Geburtsstadt Düsseldorf evangelische Kirchenmusik und Orgel als Konzertfach studiert und waren seit 1977 als Konzertorganist tätig. Wie sind Sie an der Moerser Stadtkirche gelandet?

Berchem Durch Bewerbung auf eine Ausschreibung nach dem A-Examen als Abschluss des Studiums Evangelische Kirchenmusik in Düsseldorf, es war meine erste hauptamtliche Stelle. Naturgemäß ist das zunächst nicht als Endstation gedacht, ist es dann aber geworden/geblieben – trotz einiger Versuche, andernorts weitermachen zu dürfen.

Können Sie sich noch an Ihr erstes Konzert in der Stadtkirche erinnern?

Berchem Nein, aber ich habe nachgeschlagen: Es war ein Chor-, Orchester- und Orgelkonzert am 1. November 1981 mit der Missa brevis „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ von Johann Nikolaus Bach, einer kleinen Mendelssohn-Kantate und Regers Choralphantasie „Straf mich nicht in deinem Zorn“.

Welche Höhepunkte werden Ihnen im Gedächtnis bleiben, und gab es auch Zeiten, die weniger gut gelaufen sind?

Berchem Höhepunkte waren für mich die Aufführung von Händels „Messias“ in der Fassung von Mozart, einige JAZ.Gottesdienste an Pfingsten mit dem Montreal Gospel Jubilation Choir 1988 und mit zwei eigenen Kompositionen 2000 (Tedeum in blues) und 2004 (Mass for a Divine Service) und die Fertigstellung der neuen Oppel-Orgel 2016/17. Schwierig war besonders die Zeit, in der die Kirche zwecks Sanierung geschlossen war, von 2011 bis 2016.

Hat sich die Kantorentätigkeit im Lauf der Jahre verändert?

Berchem Ja. War uns damals noch wichtig, Musik im Dienst von Liturgie und Kirchenjahr zu liefern – die Vorgaben galten viel sicherer als heute –, geht es inzwischen vielmehr darum, möglichst niederschwellig den Menschen entgegenzukommen, damit Kirche überhaupt noch eine Chance hat. Fürchte ich... Was wir gelernt hatten, entzieht sich allem heutigen Verständnis, heißt es. Ich müsste heute stilistisch vielseitiger unterwegs sein...

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Berchem Erst einmal keine Pläne zu machen! Zur Ruhe kommen. Und zu Hause sein, wo ich meiner Frau oft gefehlt habe. Der Garten ruft, allerlei liegengebliebene Unordnung aus vielen Berufsjahren will gelichtet werden. Ich freue mich, mein Hobby Musik wieder zurückzubekommen.

Wie wird es in der Stadtkirche weitergehen, ist die Kantoren-Nachfolge schon geregelt?

Berchem Es folgt Eun-Sup Jang, geboren 1975 in Buzan, Südkorea. Er ist seit 15 Jahren in Deutschland und war zuletzt Kantor in St. Augustin. Er tritt am 1. Oktober 2019 seinen Dienst in Moers an: ein sehr umgänglicher, freundlicher Mensch, der den Choristen bei seiner Vorstellung sehr gut gefallen hat.

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