Ausbildungsmarkt im Kreis Wesel: Mehr Stellen, weniger Bewerber

Ausbildungsmarkt im Kreis Wesel : Mehr Stellen, weniger Bewerber

Die Agentur für Arbeit hat die Bilanz des Ausbildungsjahres 2018/2019 in den Kreisen Wesel und Kleve vorgestellt. Fazit: Der Ausbildungsmarkt ist im Wandel.

Vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019 haben sich bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Wesel insgesamt 5643 Bewerber für einen Ausbildungsplatz gemeldet. Das sind 524 Jugendliche oder 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig standen in den Kreisen Wesel und Kleve insgesamt 4732 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Das sind 192 Stellen oder 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon waren 4.591 betriebliche Ausbildungsstellen, 258 oder sechs Prozent mehr als im Ausbildungsjahr 2017/2018.

 „Im zurückliegenden Ausbildungsjahr hat sich die Schere am Ausbildungsmarkt in den Kreisen Wesel und Kleve weiter geschlossen“, sagt Barbara Ossyra, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wesel. „Während die Zahl der Schulabgänger sinkt und sich weniger junge Menschen als in den Vorjahren für eine betriebliche Ausbildung interessierten, stieg bei den Arbeitgebern der Bedarf an Nachwuchskräften.“ Das, erklärt die Arbeitsmarktexpertin, gelte insbesondere für den Kreis Kleve, wo die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um mehr als zehn Prozent zulegte. „Das ist ein Indiz, dass die Besetzung der Lehrstellen zunehmend schwieriger wird“, so Ossyra. „Schon in diesem Jahr ist eine hohe Zahl an Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben. Es gibt jedoch noch unerschlossene Potenziale unter den Bewerbern. Dazu zählen zum Beispiel schulmüde Jugendliche, junge Eltern oder Bewerber mit gesundheitlichen Einschränkungen.“ Praktika und Berufsfelderkundungen seien gute Wege, um sich kennenzulernen. Im Kreis Wesel meldeten sich von Oktober 2018 bis Ende September 2019 insgesamt 3560 Bewerber, das sind 290 oder 7,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig standen 2946 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Davon waren 2870 betriebliche Ausbildungsstellen, 46 oder 1,6 Prozent mehr als im Ausbildungsjahr 2017/2018.

Zum Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September suchten noch 181 Jugendliche eine Ausbildungsstelle oder eine Alternative, 14 mehr als ein Jahr zuvor. Im Gegenzug waren im Kreis Wesel noch 261 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet, 76 Stellen mehr als im Vorjahr. Mehr als 70 Prozent der Bewerber brachten laut der Arbeitsagentur mindestens einen mittleren Schulabschluss mit. 739 verfügten über einen Hauptschulabschluss, 43 konnten keinen Schulabschluss vorweisen. Unter den Bewerbern waren 234 Studierende. Junge Menschen mit Fluchthintergrund machten im Berichtsjahr 7,4 Prozent der Bewerber aus (262).

Ähnlich sieht es auf dem Ausbildungsmarkt im Kreis Kleve aus. Dort meldeten sich von Oktober 2018 bis September 2019 insgesamt 2083 Bewerber – 234 oder 10,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig standen 1786 Ausbildungsstellen zur Verfügung, davon 1721 betriebliche Ausbildungsstellen, 212 oder 14 Prozent mehr als im Ausbildungsjahr 2017/2018. Zum Ende des Berufsberatungsjahres suchten noch 207 Jugendliche eine Ausbildungsstelle oder eine Alternative, 62 weniger als ein Jahr zuvor. Im Gegenzug waren im Kreis Kleve noch 241 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet, 75 mehr als im Vorjahr. Knapp 70 Prozent der Bewerber brachten mindestens einen mittleren Schulabschluss mit. 401 verfügten über einen Hauptschulabschluss, 163 Bewerber konnten keinen Schulabschluss vorweisen. Unter den Bewerbern waren 91 Studierende. Junge Menschen mit Fluchthintergrund machten 8,3 Prozent der Bewerber aus (172).Kontakt zu Berufsberatung: www.arbeitsagentur.de/
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