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Ausbildung zum Lokführer in Moers Traumberuf Weitblickende

Ausbildung zum Lokführer in Moers : Traumberuf für Ruhige und Weitblickende

Personen, die Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin haben, können den Weiterbildungskurs um Lokführer bestehen, der dreimal im Jahr von der Niag Bildung angeboten wird. Anschließend haben sie einen sicheren Arbeitsplatz.

„Am Anfang war es nicht mein Traumberuf, jetzt schon“, sagt Anthony Portzig. Seit Mitte November ist er Lokführer bei der Niag in Moers. Er sitzt in einer DE 18, einer dieselelektrischen Lokomotive, um beispielsweise bis zu 400 Meter lange Güterzüge, die mit Kohle beladen sind, vom Rheinhafen in Rheinberg-Orsoy nach Wanne-Eickel oder Gelsenkirchen zu ziehen. „Man hat viel Verantwortung“, sagt der 35 Jahre alte Duisburger. „Man darf nie den Respekt vor den Lokomotiven und den Kräften verlieren. Güterzüge, die in Deutschland bis zu 740 Meter lang sein dürfen, wiegen bis zu 4500 Tonnen. Sie haben einen Regelbremsweg von 1000 bis 1300 Metern, je nach Geschwindigkeit. Lokführer haben hohen Respekt vor anderen Lokführer. So herrscht ein sehr gutes Betriebsklima.“

Er gehört zu sieben Teilnehmern, die vom November 2020 bis zum November 2021 einen Weiterbildungskurs zum Trieibfahrzeugführer, der vom Niag Bildungszentrum angeboten wurde, erfolgreich abschlossen. „Der Kurs ist schwer“, blickt der neue Lokführer zurück. „Der Stoff ist mittelschwer, keine Quantenphysik. Aber er ist unglaublich umfangreich. Das Betriebsregelwerk hat 600 Seiten, die man alle kennen muss. Wenn man nicht jedes Wochenende lernt, schafft man es nicht.“

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Der staatliche geprüfte Techniker zeigte Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen, um die Prüfung zu bestehen und Mitte November 2021 die Urkunde als Triebfahrzugführer zu erhalten. Dabei war er zufällig auf den Beruf des Lokführers gekommen. „Toni“ Portzig, wie er von Freunden genannt wird, war in Wuppertal fest bei einem Maschinen- und Anlagenbauer angestellt gewesen. Anfang 2020 kündigte er, weil er der Liebe wegen nach Duisburg umzog. Er erwartete, schnell eine neue Anstellung zu finden, weil staatlich geprüfte Techniker händeringend gesucht waren, zumal mit Erfahrung im Qualitätsmanagement. Doch dann kam der Lockdown vom 13. März 2020. „Die Unternehmen haben von heute auf morgen niemanden mehr eingestellt“, blickt er zurück. Über die Agentur für Arbeit erhielt er die Chance, sich zum Altenpfleger oder Lokführer qualifizieren zu lassen. „Altenpfleger wollte ich nicht werden“, sagt er und schmunzelt. Er ist technikaffin, hat einen vorausschauenden Blick und strahlt eine fast meditative Ruhe aus, während er sehr konzentriert ist. Der gebürtige Hallenser spricht außerdem Hannoveraner Hochdeutsch, kann aber auch sächseln. „Lokführer müssen perfekt Deutsch sprechen, da sie während der Fahrt mit einer Zentrale in Kontakt steht“, sagt Marion Lätzsch. „Missverständnisse können schwere Folgen haben.“

Sie leitet zusammen mit Hans-Rudolf Röhling das Niag-Bildungszentrum, sucht die Personen aus, die die drei Weiterbildungskurse der Niag zu Triebfahrzeugführer im Jahre besuchen. Es sind sieben bis zehn Personen je Kurs. Mitte November 2021 begann ein neuer. Mitte April 2022 soll der nächste losgehen. „Alle Absolventen finden eine Anstellung, zum Beispiel bei anderen Eisenbahngesellschaften oder der Niag“, sagt Hans-Rudolf Röhling. „Das ist auch diesmal so gewesen, entweder als Triebfahrzeugführer für Personenzüge oder für Güterzüge. Lokführer ist ein Beruf mit Perspektive, der sicher ist. Nahezu alle Unternehmen im Öffentlichen Personennahverkehr suchen Fachpersonal.“