Moers: Aus für Freibad und Büchereien

Moers: Aus für Freibad und Büchereien

Mit 46 Einzelmaßnahmen möchte die Verwaltungsspitze den Sanierungsbeitrag erbringen. Kulturelle Themen wie Festivals und Theater werden verschont, gespart werden soll bei Politik, Sozialem, Jugend und Sport.

"Wir machen nichts platt", sagte Kämmerer Wolfgang Thoenes gestern bei der Vorstellung des Verwaltungsvorschlags für den Moerser Sanierungsplan. Aus Sicht der Mitarbeiter und Nutzer von Interkulturellen Zentren, Ortsteilbüchereien, den Bürgerservicestellen in Repelen und Kapellen, Freibad Solimare oder Eissporthalle eine gewagte Behauptung. Alle diese Einrichtungen wird es nicht mehr in Moers geben, wenn der Rat dem Verwaltungsvorschlag folgt. Allerdings hat die Moerser Verwaltungsspitze in ihrem Vorschlag einige Puffer eingebaut, die noch Luft lassen für politische Entscheidungen.

Foto: Dieker, Klaus

Die Ausgangslage ist klar. Um 61,5 Millionen Euro aus dem Stärkungspakt des Landes zu bekommen, muss Moers selbst knapp 70 Millionen Euro in den nächsten Jahren einsparen. 5,5 Millionen müssen bereits im Haushalt 2013 greifen. Der Gesamtbetrag ist höher als bisherige Angaben, weil einige Risiken aus den alten Haushaltssicherungskonzepten berücksichtigt wurden. So ist angesichts der aktuellen Rechtslage nicht mehr mit Einnahmen aus der umstrittenen Bettensteuer zu rechnen, das Feuerwehrgutachten macht dort höhere Personalausgaben erforderlich. Da sich auch die Entwicklungen in den nächsten zehn Jahren nicht komplett berechnen lassen, haben Thoenes und Bürgermeister Norbert Ballhaus insgesamt ein Volumen von 110 Millionen Euro Einsparung und Mehrertrag in den Vorschlag eingearbeitet.

Foto: Dieker, Klaus

Das größte Aufatmen dürfte es heute in der Szene der Kulturbegeisterten geben. Zwar müssen Moers-Festival und Comedy-Arts mit weniger Geld aus der Stadtkasse auskommen, aber die Gespräche mit neuen Finanziers sind so weit gediehen, dass Moers auf keine dieser Veranstaltungen verzichten muss. Das Schlosstheater wird nicht angetastet.

Foto: Klaus Dieker
  • Fotos : Der Sanierungsplan in Einzelheiten

Obwohl es Einschränkungen bei Politik, Sozialem, Jugend und Sport gibt, dürfen auch hier einige aufatmen. Besonders wo ehrenamtliches Engagement greift, bleiben die Zuschüsse weitgehend. Der Betrag für die Altentagesstätten wird allerdings gedeckelt, so dass die Betreiber auf Dauer gesehen mit weniger Geld auskommen müssen.

Geschlossen werden nach dem Vorschlag die Bürgerservicestellen in Repelen, Meerbeck und Kapellen, ebenso die Außenstellen der Bücherei und die VHS-Dependence in Scherpenberg. Das Freibad Solimare soll ersatzlos geschlossen werden, ein kleines Aktivbad soll überdachtes Schwimmen ermöglichen und Ersatz für die Lehrschwimmbecken sein. Die Eissporthalle wird geschlossen, Ersatz ist nicht vorgesehen. Zudem sind Steuererhöhungen und höhere Parkgebühren geplant, ein zweiter Radarwagen soll für mehr Geld in der Kasse sorgen.

(RP)