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Aus Altstadt-Kneipe Monokel wird Cocktail-Bar Slix

Gastronomie in Moers : Aus Altstadt-Kneipe wird Cocktail-Bar

Das ehemalige Monokel galt bei vielen als Kult. Erhan Arslan hat das Lokal übernommen, umgebaut und als „Slix“ neu eröffnet.

Das ehemalige Monokel heißt jetzt Slix, und die alte Party-Kneipe in der Moerser Altstadt ist nicht wiederzuerkennen. Alles ist hell, luftig, übersichtlich, hier stehen weiß eingedeckte Tischchen, dort schicke rote Sesselsitze. Das Slix ist eine Bar. „Ich bin mehr der Gemütliche“, sagt Erhan Arslan, der neue Chef im Haus. Die von vielen geliebte Behaglichkeit des Monokel war anderer Art. „Das war eine sympathische Absteige“, sagt der 29-Jährige. „Wenn man spätabends nicht mehr wusste, wohin, dann war das Monokel die letzte Station. Die Leute standen dicht an dicht, da war kein Durchkommen.“

Es war einmal. Fast ein Jahr lang war das Lokal geschlossen, bevor Arslan das Slix eröffnet hat. „Ganz spontan“ habe er sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden, sagt der gelernte Restaurantfachmann, der aus Kamp-Lintfort stammt und unter anderem im Moerser „Mulino“ und Kamp-Lintforter „Villa Vigna“ beschäftigt war. „Zuletzt war ich Schichtleiter im Extrablatt.“ Dass viel Arbeit nötig sein würde, um das Lokal nach seinen Vorstellungen umzugestalten, war ihm klar. Und Geld. Von der Summe, die Arslan investiert hat, hätte er sich auch ein Auto der unteren Mittelklasse kaufen können. „Ich hab alles zusammen mit einem Freund selbst gemacht. Zweieinhalb Monate lang haben wir 15, 16 Stunden durchgepowert.“ Was vom Monokel übrigblieb, ist der Fußboden, den Arslan aber ergänzen musste, weil er die alte Theke abgerissen und die neue nach hinten versetzt hat. „Ich bin weite Wege gefahren, um dieselben Bodenplatten zu finden.“ Ehemalige Monokel-Gäste werden auch die Bilder von Whisky- und anderen Spirituosen-Flaschen wiedererkennen, die eine Wand im Slix zieren. „Die waren früher in Holzpaneele eingelassen. Das ist 90er-Jahre-Stil, auf Holz, sowas macht heute keiner mehr.“ Und der Name Slix? „Der war schon immer in meinem Kopf. Slicks sind ja abgefahrene Reifen. Das wird auch mein Motto: Einfach abgefahren.“ Den Schriftzug will Arslan an den Fensterscheiben seines Lokals anbringen.

Nun müssen nur noch die Gäste auf das Slix abfahren. Die Eröffnungsparty lief gut, die ersten Reaktionen bei Facebook lassen hoffen. Die Moerser seien ein neugieriges Völkchen, sagt Arslan. „Viele sind schon während der Bauzeit hier reingekommen.“ Bei Bier, Gin, Wein, einem Cocktail abhängen, das lässt sich im Slix sicher gut. Die Cocktails mixt Arslan auf klassische Art „von Hand“. Irgendwelche Spezialitäten, die es anderswo nicht gibt? „Ja, den Wirt“, antwortet er schlagfertig. Aber auf Sonderwünsche der Kunden geht er gerne ein. „Einer wollte eine Caipirinha mit Likör statt Cachaca. Hab ich ihm gemacht, ich muss das ja nicht trinken…“ Zu den Drinks gibt es Snacks, Ende Februar, wenn die Küche fertiggestellt ist („dort ist uns die Sicherung durchgebrannt“) kommen auch Salate und andere kalte Kleinigkeiten auf die Karte. Und Musik? „Hier läuft Raggae, viel italienische und spanische Musik“, sagt der Wirt. Klar könne man bei ihm auch schön feiern. Aber auf den Ärger, den es zu Monokel-Zeiten immer wieder mal wegen der Lautstärke gegeben haben soll, kann er verzichten. „Man muss auch Rücksicht auf die Nachbarn nehmen“, findet Arslan. Die Altstadt-Anrainer werden’s gerne hören.