Auf GPS-Entdeckertour im Moerser Schlosspark

Moers: Auf GPS-Entdeckertour im Schlosspark

Die Kultur und Geschichte „vor der Haustür“ wollen Rüdiger Kohl und Markus Helmich den Moersern und ihren Gästen nahebringen. Das Land unterstützt ihre Idee mit Fördermitteln. Im Januar soll’s losgehen.

Eine Broschüre geht bald in Druck, eine Facebook-Seite ist in Vorbereitung, die letzten Abstimmungsgespräche laufen. Am 1. Januar wollen Markus Helmich und Rüdiger Kohl die „Moerser Entdecker-Tour mit Schloss und Kultur“ offiziell starten. Es ist eine Art Geocaching („GPS-Schnitzeljagd“) mit heimathistorischem, kulturellem Mehrwert. Die beiden haben eine Tour durch den Schlosspark ausgetüftelt. Sie führt zum Schloss, der Diesterweg-Büste, der Hektor-Statue, dem Greef-Brunnen und anderen Attraktionen. Jede Station ist mit ihren Geo-Koordinaten verzeichnet, und zu jeder Station gibt es Informationen und eine Rätselfrage. Eine simple Idee, die bei der Bezirksregierung große Zustimmung gefunden habe, freut sich Markus Helmich. Dort bewarb sich der Moerser gemeinsam mit Rüdiger Kohl erfolgreich um Fördermittel des NRW-Heimatministeriums. Mit „Euphorie“ sei das Konzept der Moerser aufgenommen worden.

Helmich und Kohl sind seit ihrer Schulzeit befreundet. Helmich, 52, ist Marketing-Fachmann, Kohl, 46, Diplom-Kaufmann, selbstständiger Gesundheitsmanager und in seiner Freizeit begeisterter Geocacher. Auf die Idee, dass man aus der „Schatzsuche“ mithilfe eines GPS-Geräts oder eines GPS-fähigen Smartphones mehr machen könnte, kam das kreative Duo, als es erfuhr, dass die Landesregierung Projekte fördert, die sich mit Heimat und Kultur befassen. „Heimat-Scheck“ nennt sich das Programm, das den Moersern immerhin 2000 Euro bescherte. Eine Zuwendung, die verpflichtet. „Wir machen das aber aus Leidenschaft, Lust und Laune“, sagt Helmich. Für die investierte Zeit, die Druckkosten einer Broschüre und die professionelle Übersetzung von deren Texten reiche die Fördersumme kaum aus.

Die Broschüre soll in Moers ausgelegt werden, wo, das soll noch bekanntgegeben werden. Es gibt eine englische, eine französische und vor allem auch eine niederländische Übersetzung der Texte. „Moers hat viele niederländische Gäste“, sagt Helmich. Wenn’s nach ihm geht, können es noch mehr werden: Für das Projekt werde auch in der deutsch-niederländischen Grenzregion geworben, zudem wolle man über Partnerfirmen Kontakt zu holländischen Unternehmen knüpfen.

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Mithilfe der Broschüre soll jeder die GPS-Tour allein innerhalb einer Stunde schaffen. „Wir haben sie so angelegt, dass auch gehbehinderte Senioren und Kinder sie bequem meistern.“ Probebegehungen mit Mädchen und Jungen seien bereits erfolgreich gewesen. „Die Kinder haben das mit Bravour geschafft.“ Helmich und Kohl wollen in Seniorenheimen und in Grundschulen ihre Idee vorstellen. Zur Not könne die Schlosspark-Tour auch ohne GPS-Gerät gemacht werden. „Mit macht es aber mehr Spaß.“ Kommt ihr Projekt gut an, wollen sie eine weitere Tour  ausarbeiten.

Die beiden Moerser hoffen, dass ihr Projekt im Rathaus und beim Stadtmarketing auf Wohlwollen trifft. Bislang halte sich deren Begeisterung in Grenzen. Es gebe wohl Befürchtungen, dass die Denkmäler im Park von den Geocachern beschädigt werden könnten. Damit das nicht passiert, wandeln Helmich und Kohl das Geocache-Prinzip etwas ab. Ist normalerweise unter den angegebenen Koordinaten ein „Schatz“ versteckt, so belassen sie es bei den Rätseln, aus deren einzelnen Lösungen man ein Lösungswort zusammensetzen kann. Wer das schafft, darf sich in ein schönes Logbuch eintragen, das am Kassenhäuschen des Moerser Schlosses liegen soll. So stellen es sich jedenfalls Helmich und Kohl vor; die Signale aus dem Schloss seien positiv.

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