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Moers: Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt

Moers : Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt

Erste kleinere Maßnahmen aus der Online- Befragung zum Radverkehr hat die Stadt bereits umgesetzt. Viele Vorschläge funktionieren aber nur in Zusammenarbeit mit Straßen NRW - und das ist ein Problem.

Radfahren in Moers könnte (noch) mehr Spaß machen. Das belegen 463 Hinweise, die Radler im vergangenen Jahr über einen Zeitraum von fünf Wochen im Internet gegeben haben. Jetzt hat die Verwaltung der Politik eine erste Übersicht über die konkreten Erkenntnisse und Maßnahmen vorgelegt, die aus dem sogenannten Moerser Raddialog resultieren. Am Donnerstag werden sie im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Umwelt diskutiert.

Stand Ein knappes Viertel der Vorschläge, nämlich 101, habe die Verwaltung bislang bearbeitet, heißt es. Beim Abarbeiten der Meldungen geht die Stadt nach Stadtteilen von Süden nach Norden vor. Derzeit liegen Prüfergebnisse für die Vorschläge aus Kapellen, Vennikel, Holderberg und Schwafheim vor.

Kurzfristig Mit kleineren, kurzfristigen Maßnahmen ist die Enni bereits beauftragt worden. So wurde an der Einmündung Grafschafter Rad- und Wanderweg/Lauersforter Straße zum Beispiel eine widersprüchliche Beschilderung ausgetauscht. An der Kreuzung Hülskensweg sind zwei "Vorfahrt achten"-Verkehrszeichen an den Einmündungen zum Grafschafter Rad- und Wanderweg hinzugekommen. Die Vorfahrtsregelung war dort bislang nicht beschildert. "Für den Radfahrer war der Hülskensweg dadurch nicht als alltäglich durch die Allgemeinheit genutzte Straße zu erkennen", sagt die Verwaltung. Am Bendmannsfeld/Moerser Straße soll das Verbotsschild für Radfahrer an der Querungshilfe hinter die Einmündung zur ehemaligen Bahntrasse in Richtung Kapellen versetzt und - sobald das Wetter es zulässt - durch ein erklärendes Piktogramm ersetzt werden. An dieser Stelle müssen Radfahrer in Richtung Kapellen nämlich die Seite wechseln, weil der Zweirichtungsradweg endet. Die bisherige Beschilderung sei missverständlich gewesen, sagt die Stadt.

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Probleme Die gemeinsamen Rad- und Gehwege entlang der Steinbrückenstraße, der Wilhelm-Anlahr-Straße und der Lauersforter Straße sind außerorts in einem schlechten Unterhaltungszustand. Ein Problem sei dort vor allem der Bewuchs mit Gras und Unkraut, erklärt die Verwaltung. Die Enni, heißt es, habe die Reinigung des Geh- und Radweges für diese Abschnitte laut Satzung an die Grundstückseigentümer übertragen. Die kämen ihrer Verpflichtung aber nicht nach.

Die Zuständigkeit ist auch das Problem an allen außerörtlichen Landstraße. Dort, sagt die Stadt, ist der Landesbetrieb Straßen NRW als Baulastträger für Radwegebau und -unterhaltung zuständig. Straßen NRW baut Radwege an Landesstraßen nach einer Prioritätenliste. Viele der im Rahmen des Raddialogs genannten Meldungen über fehlende Radwege - etwa entlang der Düsseldorfer, der Neukirchener-, Krefelder-, Kaldenhausener-, Holderberger Straße und Bahnhofstraße - stehen bloß gar nicht auf dieser Liste. Die Chance auf eine Verbesserung der Lage ist deshalb gering. Die Stadt, heißt es, könne die Hinweise der Bürger nur weiterleiten. Eine Ausnahme gibt es lediglich im Fall Holderberger Straße. Dort hat sich die Stadt bereiterklärt, für Straßen NRW die Baureife des angedachten Radweges zwischen Vennikel und Holderberg herbeizuführen. Es gibt konkrete Gespräche.

Bürgerdialog Die Ergebnisse aller Prüfungen sollen die Moersern demnächst auf der Internetseite der Stadt (www.moers.de) in Form einer Karte finden. Auf dieser Karte sind die Mitteilungen aus dem Raddialog dann als Punkte verortet. Durch Anklicken des jeweiligen Punkts werden die Antwort der Verwaltung und die Hinweise aus dem Raddialog zum Thema aufgerufen. Die noch nicht bearbeiteten Hinweise sollen weiter nach Stadtteilen von der Verwaltung abgearbeitet werden. Bürger werden auf der Startseite informiert, sobald neue Ergebnisse zur Verfügung stehen.

(RP)