Moers: Auf das Schneechaos folgt das Matsch-Durcheinander

Moers: Auf das Schneechaos folgt das Matsch-Durcheinander

Die Kritik am mangelnden Winterdienst der Enni reißt nicht ab. Das Unternehmen gibt zu, dass der Schnee-Einsatz nicht gut gelaufen sei.

Am Tag nach dem großen Schneefall war gestern bei der Enni Ursachenforschung angesagt. Viele Moerser hatten sich über nicht gestreute oder geräumte Straßen beschwert. Und die Klagen halten an. Ein Repelener schrieb uns gestern, er habe das ganze Wochenende über kein Fahrzeug der Enni gesehen. Ein anderer Moerser kritisierte, dass gestern die Homberger Straße noch immer nicht geräumt war. "Dabei hat der Schneefall am Montag um 14 Uhr aufgehört."

Die Enni gab gestern zu, dass der Schnee-Einsatz auch aus ihrer Sicht zu Wünschen ließ. "Wir sind nicht zufrieden damit, wie es gelaufen ist", sagte Enni-Pressesprecherin Katja Nießen. Die in kurzer Zeit gefallenen großen Schneemengen stellten die Enni vor personelle Probleme. 60 Mitarbeiter der Enni sowie Subunternehmer seien im Einsatz gewesen. "Die Jungs haben ihr Bestes getan", sagte Nießen. Dennoch sei man an Grenzen gestoßen. "Wenn die Leute zehn Stunden im Einsatz waren, müssen sie eine Pause machen. Das ist Gesetz." Sind mehr Personal und mehr Fahrzeuge nötig? Das sei eine finanzielle Abwägungsfrage. Zu bedenken sei, dass ein solch heftiger Schneefall selten und dass der Winterdienst eine gebührenfinanzierte Leistung sei. Höhere Kosten bedeuteten höhere Gebühren.

Zweites Problem: Der Enni habe keine Flüssig-Sole zur Verfügung gestanden. Diese beziehe die Enni normalerweise von Straßen NRW, aufgrund eines Tankschadens bei Straßen NRW habe die Flüssigkeit aber nicht zur Verfügung gestanden. Die Flüssig-Sole wird zusammen mit Streusalz versprüht, sie sorge dafür, dass das Salz, dass sonst leicht verweht wird, an der Straße "klebenbleibt" und verbessert so den Tau-Effekt. Eine Maschine der Enni für Geh- und Radwege funktioniere nur mit Flüssig-Sole; diese Maschine sei komplett ausgefallen. Nun denke man darüber nach, einen eigenen Tank für Flüssigsole vorzuhalten.

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Problem Nummer drei: Weil in den Moerser Straßen ein extrem hohes Verkehrsaufkommen herrschte, konnten die Enni-Mitarbeiter am Montag nicht mit ihren Fahrzeugen durchkommen. Aufgrund der ebenfalls schlechten Verhältnisse auf den Landesstraßen und der Autobahn sei es zu Rückstaus gekommen, die bis in die Stadt reichten. Ein Unfall auf der A57 habe das Chaos komplett gemacht: Der Ausweichverkehr staute sich überall in Moers. Als die Straßen der Stadt abends wieder leerer wurden, hätten die Enni-Leute aber wieder ihre Pause angetreten. Am Dienstagmorgen seien die Räumtrupps erneut ausgerückt, sagte Nießen. Sie betonte, dass auch die Homberger Straße gestreut worden sei. Es dauere aber etwas, bis dort der Tau-Effekt eintrete.

Unangenehme Folgen zog der Schnee gestern auf dem Parkplatz an der Mühlenstraße nach sich: Der unbefestigte Teil versank in Matsch und Pfützen. Selbst wer beim Aus- und Einsteigen aufpasste, holte sich leicht nasse Füße. Autofahrer ärgerten sich darüber, für eine solche Zumutung Parkgebühren entrichten zu müssen. Darauf zu verzichten sei aber aufgrund der geltenden Gebührensatzung nicht möglich, sagte Stadtsprecher Thorsten Schröder. Das Geld sei im Haushalt der Stadt fest einkalkuliert.

(RP)