Moers: Asylbewerber erhalten nicht mehr Geld als Arbeitslose

Moers: Asylbewerber erhalten nicht mehr Geld als Arbeitslose

Immer wieder heißt es: Deutsche würden auch in Moers gegenüber Zuwanderern benachteiligt. Die Fakten sprechen jedoch eindeutig dagegen.

Ein alter Zeitungsartikel reicht manchmal als Auslöser, schon beginnt wieder die alte Neid-Debatte über den angeblichen Luxus der Asylbewerber. So auch gestern in der Facebook-Gruppe "Was ist los in Moers?"

Kurz nach dem Teilen eines sehr sachlichen Berichtes aus dem Jahr 2016 wurde dort das Thema "Flüchtlinge" wieder intensiv diskutiert. Dann ist die Rede von Markenkleidung und Handys, die sich Deutsche nicht leisten, Asylbewerber allerdings ohne Probleme bezahlen könnten. Eine Frau wünscht sich gar, selbst als Schutzsuchende nach Deutschland gekommen zu sein. Dann würde es ihr besser gehen. Regelmäßig wird in diesem Zusammenhang die Behauptung geäußert, dass Asylbewerber mehr Leistungen vom Staat erhalten würden als beispielsweise Arbeitslosengeld II (ALG II)-Bezieher.

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"Das ist nicht der Fall", sagt Klaus Janczyk von der Pressestelle der Stadt Moers. "Bei Asylbewerbern unterscheidet man zwischen der bisherigen Dauer ihres Aufenthalts in Deutschland." Unterschieden wird zwischen denjenigen, die weniger und denjenigen die länger als 15 Monate hier sind. Asylbewerber im laufenden Verfahren, die bereits länger als 15 Monate in Deutschland sind erhalten von der Stadt Moers exakt den ALG II-Regelsatz. Das sind aktuell 416 Euro für Alleinstehende, 374 Euro je Partner in einer Bedarfsgemeinschaft, 316 Euro für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren, 296 Euro für Kinder von sechs bis 13 Jahren und 240 Euro für Kinder unter sechs Jahren.

Asylbewerber im laufenden Verfahren, die noch keine 15 Monate im Land sind, erhalten sogar weniger Geld. Und zwar sind das aktuell 344 Euro für Alleinstehende, 318 Euro je Partner in einer Bedarfsgemeinschaft, 276 Euro für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren, 242 Euro für Kinder von sechs bis 13 Jahren und 214 Euro für Kinder unter sechs Jahren. Alle weiteren Ansprüche entsprechen bei Asylbewebern denjenigen der ALG II-Bezieher. Niemand erhält auch nur einen Euro mehr als ein arbeitsloser Deutscher.

(mlat)