Moers: Anwohnerin: Wenn ich nicht fege, bleibt alles liegen!

Moers: Anwohnerin: Wenn ich nicht fege, bleibt alles liegen!

Eine Moerserin will die Vermüllung der Lotharstraße nicht hinnehmen. Von der Enni und der Politik fühlt sie sich im Stich gelassen.

Die Lotharstraße liegt zentral, deshalb wohnt Ricarda Würde gerne dort. Wenn nur nicht der Müll am Straßenrand wäre. Zigarettenkippen, Verpackungsmaterial, leere Dosen, Papier, angebissene Hamburger - so ziemlich alles lande dort, berichtet die 26-Jährige. "Wenn ich das nicht wegmache, bleibt es liegen." Die Enni fahre zwar einmal die Woche mit einem Reinigungswagen durch, aber wegen parkender Autos bleibe die Straßenrinne schmutzig. Weil sie so nicht leben mag, greift Ricarda Würde selbst zum Besen und kehrt nicht nur den Bürgersteig, sondern auch den Straßenrand. Andere Anwohner sind weniger empfindlich. "Viele sagen: Das war doch schon immer so."

Weil ihre Mülltonne vor Straßenmüll überquillt, schrieb Ricarda Würde an die Enni. "Auf mehrere Mails habe ich keine Antwort bekommen." Erst als sie die Mails ausdruckte und als Brief verschickte, erfolgte eine Reaktion. "Die Enni sagte mir, sie sei für die Reinigung der Straße zuständig und die Anwohner für den Bürgersteig. Ich habe dann gefragt, wer für die Straßenrinne zuständig ist." Auf die Antwort warte sie immer noch.

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Ricarda Würde fände ein zeitweises Halteverbot an der Lotharstraße gut, das dann gelten sollte, wenn die Straßenreinigung durchfährt. "Aber die Enni sagte, dass das zu einem Schilderwald führen würde, außerdem wäre die Straßenreinigung dann nicht mehr flexibel."

Die enttäuschte Moerserin wandte sich an den Ausschuss für Bürgeranträge - und blieb enttäuscht. Mit solchen Halteverboten habe man an anderen Stellen keinen Erfolg gehabt, sagte etwa Hartmut Hohmann (SPD); es gebe immer Autofahrer, die sich nicht daran hielten. "Wenn Politessen Knöllchen verteilen, werden sich die Leute irgendwann daran halten", ist dagegen Ricarda Würde überzeugt. Sie vermutet, dass die Vermüllung der Lotharstraße mit der Nähe zum Bahnhof zu tun hat. Es gebe Leute, die ihren Müll auf dem Weg zu Bahnhof mal eben noch auf die Straße werfen. Und viele Autofahrer nutzten die Lotharstraße, um dort kostenlos in Bahnhofsnähe zu parken. "Ich hab schon gesehen, wie jemand den Auto-Aschenbecher einfach am Straßenrand auskippte." Doch auch ihr Vorschlag, die Straße zur Anwohnerparkzone zu machen, blieb unerhört. Immerhin sagte Hohmann zu, dass die Stadt nach Abschluss der Bauarbeiten am Bahnhof die Parksituation beobachten werde. Einstweilen darf Ricarda Würde aber weiterkehren.

(pogo)
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