1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Anwohnerbeschwerden wegen Stellplatz-Not an der Xantener Straße in Moers.

Anwohnerprotest : Stellplatz-Not an der Xantener Straße

Anwohner Ralf Noch beklagt zu schnelles Fahren, falsches Parken und fehlende Stellplätze für Anwohner. Die Stadt will prüfen, ob „Anwohnerparken“ möglich ist. Die nötigen Zählungen seien wegen der Corona-Epidemie aber verschoben worden.

Bis in die Nullerjahre hatte Ralf Noch keine Parkprobleme. Der 60 Jahre alte Moerser, der mit seiner Familie an der Xantener Straße in der Nähe des Krankenhauses St. Josef wohnt, hatte eine Garagen gemietet. Doch dann riss der Eigentümer die Garage weg, als das Grundstück verkauft wurde. „Seitdem ist es schwer“, sagt der Teamleiter bei Amazon in Rheinberg. „Wenn ich von der Arbeit zurückkomme, finde ist keinen Parkplatz.“

Gerne würde er für einen Garagenplatz oder einen Stellplatz in der Nähe seiner Wohnung bezahlen. „Wenn ich mehrere Hunderte Euro im Monat für ein Auto ausgebe, kann ich auch 30 oder 50 Euro für einen Stellplatz ausgeben“, sagt der Moerser. Aber Garagenplätze in seiner Nähe fehlen. Außerdem wohnt er nicht im Bereich eines Einwohnerparkens. „An der Asberger Straße um die Polizeidirektion gibt es Parkscheine, in der Kurt-Schumacher-Allee Anwohnerparkausweise“, erzählt Noch. „Sie kosten 30 Euro pro Jahr. Das ist sehr wenig. Eine Stadt, der das Geld fehlt, könnte auch 30 Euro pro Monat nehmen. Das wäre ein Euro pro Tag.“

An der Xantener Straße liegen einige Stellplätze, die kostenlos sind. Diese seien aber immer belegt, zum Beispiel von Besuchern und Mitarbeitern des Krankenhauses, die sich die Parkgebühr von einem Euro je Stunde im Parkhaus des Krankenhauses sparen wollten. Oder Lehrer und Schüler des Mercator-Berufskollegs stellen dort ihre Autos ab. Dazu kommen Mitarbeiter und Kunden der Geschäfte und Arztpraxen. „Sie haben Stellplätze auf dem Hof“, berichtet Noch. „Doch die Kunden parken vor der Tür, zum Beispiel wenn sie bei der Pizzeria eine Pizza abholen, oft auch falsch.“

Noch wünscht sich für die Moerser Innenstadt ein Parkraumkonzept, das keine kostenlosen Stellplätze auf Straßen mehr zulässt, sondern nur noch solche, die über Parkscheine oder Anwohnerparkausweise finanziert werden. „Schon vor drei Jahren bin ich an die Stadt herangetreten“, berichtet er. „Doch es hat sich nicht wirklich etwas bewegt.“ Außerdem wünscht er sich von Stadt und Polizei, den Tempo-30-Bereich auf der Xantener Straße vor dem Krankenhaus stärker zu kontrollieren. „Fast niemand hält sich an die Begrenzung, wenn der Verkehr fließt“, berichtet der Anwohner der Xantener Straße. „Wenn jemand einmal die Geschwindigkeit einhält, wird er angehupt und schlimmstenfalls überholt.“

Die Stadt kontrolliert regelmäßig die Xantener Straße um das Krankenhaus auf Falschparker, versichert dagegen Stadtsprecher Thorsten Schröder. „Der Bereich ist fester Bestandteil der flächendeckenden Kontrollen der kommunalen Verkehrsraumüberwachung“, sagt er. „Die aktuelle Beschwerde wurde zum Anlass genommen, um die stichprobenartigen Kontrollen im Rahmen der personellen Möglichkeiten zu intensivieren.“ Auch bei der grundsätzlichen Parkplatzsituation sei die Stadt nicht untätig: „Wir haben für verschiedene Problembereiche einen Auftrag zur Prüfung von Bewohnerparken im letzten Jahr erteilt. Ab März 2020 sollte die Zählungen stattfinden. Leider kam dann Corona und damit ein völlig verändertes Verkehrsverhalten. Daher haben wir die Zählungen bis nach den Sommerferien ausgesetzt.“

Stadt und Polizei sei außerdem das Problem des zu schnellen Fahrens bekannt. „Der in Rede stehende Bereich der Xantener Straße ist fester Bestandteil der Kontrollen der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung“, berichtet Schröder. „Bei den bereits in diesem Jahr durchgeführten Kontrollen im Tempo-30-Bereich konnten insgesamt 419 Geschwindigkeitsverstöße erfasst und geahndet werden. Weitere Kontrollen werden stichprobenartig – unter Berücksichtigung der anderen Messschwerpunkte im Stadtgebiet – vor Ort durchgeführt.“