Moers: Anwohner-Demo für Cölve-Behelfsbrücke

Moers: Anwohner-Demo für Cölve-Behelfsbrücke

Die Diskussion um die für Autos gesperrte Brücke ebbt auch nach der Absage an eine Übergangslösung nicht ab. Moerser und Duisburger demonstrierten gestern für eine schnelle Nachbesserung.

Rund 150 Anwohner und Geschäftsleute haben gestern Nachmittag für eine Übergangslösung an der seit Sommer 2017 gesperrten Brücke "An der Cölve" demonstriert. Unter dem Titel "Die Cölve-Brücke: Los geht's - Behelfsbrücke jetzt" hatte ein breites Bündnis hierzu aufgerufen.

"Eine Behelfsbrücke ist unverzichtbar", sagte die Rheinhausener Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske. "Den Rumelnern ist der direkte Rettungsweg zum Johanniter-Krankenhaus verbaut". Die fehlende Verbindung gefährde somit direkt deren Gesundheit, klagte die Sozialdemokratin. "Gefahr geht auch von unbefestigten Nebenstraßen aus, die für den Verkehrsandrang nicht ausgelegt sind." Doch nicht nur die direkten Anwohner leiden unter der fehlenden Brücke, auch die Geschäftsleute aus der Gegend klagen über Verluste. "Die Leute überlegen sich nun genau, ob es nicht bessere Alternativen gibt, als den weiten Umweg um die Brücke herumzufahren", berichtet Hanske. Einbußen seien da die logische Folge.

Der Demonstrationszug traf sich gestern zunächst auf der Schwafheimer Seite der Cölve-Brücke und zog von dort durch Schwafheim und Bergheim bis zum Alfred-Hitz-Platz weiter. Dort sprach Bezirksbürgermeisterin Hanke auf einer abschließenden Kundgebung. Zudem wurden gesammelte Unterschriftenlisten übergeben.

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Viele Anwohner kamen aus Rumeln und Bergheim zu der Demonstration, aber auch Menschen aus den daran anknüpfenden Duisburger und Moerser Stadtteilen beteiligten sich an dem Protest. Mehrere großflächige Plakate führten den Demonstrationszug an. Dazu gesellten sich die vielen kleineren Pappschilder, die zahlreiche Teilnehmer um den Hals trugen. So auch Teresa Stappert aus Bergheim. "Nur für einen Strauß Blumen muss ich jetzt riesige Umwege fahren", beklagte die Anwohnerin. Eine Behelfsbrücke sei dringend notwendig für die Menschen vor Ort. Diese seien auf eine bessere Verbindung angewiesen.

Die Diskussion um die gesperrte Brücke "An der Cölve" erhitzt schon seit längerer Zeit die Gemüter. Der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer hatte im Februar die Hoffnungen vieler Menschen auf eine schnelle Lösung enttäuscht. Die Deutsche Bahn hatte der Stadt mitgeteilt, dass ein Antrag auf Stilllegung des Bahnverkehrs ein Jahr im Voraus bis zum 28. Februar hätte vorliegen müssen. Hinzu komme, dass die Bahn drei Jahre Zeit brauch, um entsprechende Sperrungen und Umleitungsmaßnahmen zu planen und zu veranlassen.

Doris Göbel von der Interessensgemeinschaft der Cölve-Brücke hatte bis zuletzt auf eine Übergangslösung gehofft. Sie sprach von einer "gekappten Hauptschlagader", von 25 bis 40 Prozent Umsatzeinbußen für die Geschäfte und "sozialem Chaos" in den umliegenden Stadtteilen. Der Protest ist auch nach der vermeintlich finalen Absage an eine Behelfsbrücke nicht abgeebbt. Die gestrige Demonstration zeigt, dass für die Anwohner das letzte Wort in Sachen Brücke an der Cölve noch nicht gesprochen ist.

(mlat)