Moers: Anklage: 25-Jähriger bedrohte einen Polizisten mit dem Tod

Moers : Anklage: 25-Jähriger bedrohte einen Polizisten mit dem Tod

Er trat und spuckte nach Polizisten, dann drohte er, einen von ihnen zu töten. Wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte, Körperverletzung und versuchter Körperverletzung hat das Moerser Schöffengericht einen 25-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Neben neun Monaten Haft auf Bewährung verhängte das Gericht eine Geldauflage von 1000 Euro und 120 Sozialstunden.

Er selber habe keine Erinnerung, sagte der junge Mann, entschuldigte sich aber für sein Verhalten. Der Staatsanwalt sah eine Vielzahl von Tatbeständen verwirklicht. Die Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe in einer Nacht im April vergangenen Jahres hatten sich über mehrere Stunden hingezogen.

Begonnen hatte alles vor einem Imbiss in Bahnhofsnähe. Nachdem der junge Mann mit einer Mitarbeiterin in Streit geraten war, floh er vor den Polizeibeamten. Als sie ihn einholten, habe er sich massiv gewehrt, unter anderem mit Tritten in Richtung der Beamten. Schließlich überwältigt, hielt er sich im Rahmen der Autotür fest, damit er nicht in den Streifenwagen steigen musste. Im Hof der Wache weigerte er sich dann, auszusteigen. Die Beine eines Beamten umklammerte er schließlich so, dass dieser stolperte. Der Versuch, einem Ordnungshüter eine Kopfnuss zu geben und weitere mit Fäusten zu schlagen, misslang.

Der Mann sei "trotz seiner Vorstrafen nicht unbedingt der typische Gewalttäter", folgerte der Staatsanwalt. Das durchgehend aggressive Verhalten sei auf die erhebliche Alkoholisierung zurückzuführen.

  • Schermbeck : Ladendieb (24) tritt und bespuckt fünf Polizeibeamte
  • Mönchengladbach : Körperverletzung: Zeuge entlastet Angeklagten
  • Duisburg : 25-Jähriger drohte, sich selbst zu töten

Das seien zur Tatzeit etwa 2,3 Promille gewesen. Obwohl Widerstandshandlungen nicht selten sind, konnten sich die Zeugen noch gut erinnern. Einer der Beamten sprach von einem Geschehen, dass nicht alltäglich war. Der Angeklagte habe unter anderem gedroht: "Du wirst schon sehen, Dich bring ich noch um." Kreispolizei-Pressesprecher Franz-Josef Kuhmann bestätigte, dass jährlich viele Fälle von Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte registriert werden. Im Jahr 2013 seien es 30 im Kreis Wesel gewesen.

Dass Polizeibeamte zu einem Einsatz kommen, um zu helfen, sei wohl nicht allen klar. Als typisches Problem im Umgang mit Betrunkenen sehe er das aber nicht. "Manche sind sofort auf 100, auch im Straßenverkehr", führt er als Beispiel an. Früher habe man äußersten Respekt gehabt, das sei offensichtlich nicht mehr gegeben. Inzwischen müsse man Beamte immer mehr schützen und immer besser ausstatten, damit sie sich wehren können. "Man geht mehr gegen uns an", sei die Tendenz.

Ähnlich betroffen seien übrigens auch Rettungskräfte, die am Einsatzort angegangen würden, berichtete Kuhlmann. Auch bei ihnen werde nicht nur Widerstand geleistet, sie werden auch immer wieder tätlich angegriffen.

(bil)