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Moers: Angeklagter gesteht sexuelle Nötigungen

Moers : Angeklagter gesteht sexuelle Nötigungen

Fünf Frauen soll ein Mann aus Moers nachts aufgelauert haben, um sie zu vergewaltigen. Seit Mittwoch muss er sich wegen schwerer sexueller Nötigung, versuchter sexueller Nötigung und Körperverletzung vor der auswärtigen großen Strafkammer des Landgerichts Kleve in Moers verantworten. Schon zu Prozessbeginn legte er ein Geständnis ab.

Dies reichte dem Gericht allerdings nicht. Der 22-Jährige hatte lediglich erklärt, er sei der Täter, könne sich aber nicht richtig erinnern. Sein Verteidiger führte dies weiter aus. "Er gibt es uneingeschränkt zu und möchte den Zeugen die Aussage ersparen." Warum er dies getan habe, wisse der nicht vorbestrafte Bürokaufmann nicht, der bis zu seiner Festnahme im November 2010 gearbeitet hatte. Die pauschale Erklärung des Angeklagten reiche nicht aus, erläuterte der Richter. Auch die Einzelheiten der Taten seien wichtig, um ein Urteil zu fällen.

Deshalb wurden gestern schon die ersten Geschädigten vernommen. Entgegen entsprechender Anträge der Nebenkläger hatten der Angeklagte und auch die Zuschauer während der Vernehmung der Zeuginnen im Saal bleiben dürfen.

Eine heute 21-Jährige war wohl das erste Opfer des Angeklagten, der sich den jungen Frauen zwischen November 2008 und Oktober 2010 genähert hatte. Sie habe mit Freunden gefeiert und sich zu Fuß auf den Weg nach Meerfeld gemacht. In der Nähe des Utforter Friedhofs habe ein Mann sie von hinten gepackt, ihr den Mund zugehalten und sie auf eine Wiese gezogen.

Opfer hat jetzt Angstzustände

"Ich konnte mich nicht richtig wehren", berichtete sie. Der Mann habe die ganze Zeit über nicht geredet und sei später gegangen, als wäre nichts geschehen. Seitdem habe sie Angstzustände und mache eine Therapie. Mindestens drei seiner Opfer soll der Angeklagte auf dem Heimweg von der Diskothek PM überfallen haben. Mit einem Messer seien die Frauen eingeschüchtert worden. Ob der 22-Jährige für die Taten bestraft werden kann, ist noch unklar.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er aufgrund einer Persönlichkeitsstörung dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss. Es seien weitere erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten, der Angeklagte sei für die Allgemeinheit gefährlich, so die Begründung. Der Prozess wird am heutigen Donnerstag mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

(RP)