Amprion informiert in Moers über neue Stromleitung

Moers : Amprion informiert über neue Stromleitung

Beim „Bürgerinfomarkt“ in der Enni-Eventhalle konnten Besucher Mitarbeitern des Netzbetreibers Fragen stellen.

Wer sich schon immer mal aus erster Hand über die neue Stromtrasse informieren wollte, die der Netzbetreiber Amprion plant, hatte am Donnerstag in der Enni-Eventhalle dazu Gelegenheit. Zahlreiche Schauwände mit Texten und Bildern waren in der Halle aufgebaut, und 17 Amprion-Mitarbeiter standen bereit, Besuchern Auskünfte zu erteilen und ihre Fragen zu beantworten. Bei dem „Bürgerinfomarkt“ ging es um die 42 Kilometer der Stromautobahn zwischen Wesel und St. Tönis. Aber die Moerser waren in erster Linie daran interessiert, was in ihrer Stadt passiert. Vor allem in Meerfeld und Utfort, wo die Leitungen ins Umspannwerk münden, gibt es seit Jahren viel Skepsis und Kritik. Die Bürgerinitiative „Moers unter Hochspannung“ wünscht sich eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Amprion. Aber die wird es nicht geben. Das Unternehmen wolle lieber im „Vieraugen-Gespräch“ auf individuelle Anliegen der Menschen eingehen, sagte ein Amprion-Sprecher.

Für den Bereich rund um die Umspannanlage sieht Amprion künftig einige Vorteile. So sollen die drei Strommasten in der benachbarten Kleingartenanlage künftig entfallen. Sie werden durch zwei Masten vor und hinter den Kleingärten ersetzt, die mit 70 Metern allerdings annähernd doppelt so hoch sind. Grund: die neue 380 Kilovolt-Leitung benötige einen größeren Sicherheitsabstand zum Boden als die alte 220 kV-Leitung. Die neuen Stromleitungen sollen auch enger nebeneinander laufen, dadurch werde auch der Schutzstreifen, für den besondere Auflagen gelten um ca. 20 Meter enger. Weiterer Vorteil: Die heutige „Überbauung“ an der Regenbogenschule falle weg. Die Leitungen werden künftig im Abstand von 60 Metern zur Schule geführt.

Illustriert wurde auch eine geplante Verkleinerung der Umspannanlage. In einigen Jahren werde der 220-kV-Bereich entfallen, der 380-kV-Bereich rücke dann weiter ins Zentrum des Geländes und könne dank einer Gasisolierung besonders kompakt gebaut werden. Der Abstand der Trafos zur Wohnbebauung erhöhe sich dadurch von jetzt ca. 150 Metern auf 200 bis 250 Meter.

Alternative Trassenführungen sind laut Amprion aus juristischen Gründen nicht möglich. Wo es bestehende Trassen gebe, müssten diese genutzt werden, um keine „neuen Betroffenheiten“ andernorts zu schaffen. Dazu lägen höchstrichterliche Urteile vor. Dabei spiele es keine Rolle, wie viele Menschen betroffen seien.

Ende dieses Jahres will Amprion die Planfeststellungsantrag bei der Bezirksregierung einreichen. Das Genehmigungsprozedere mit öffentlicher Auslegung der Unterlagen und Erörterungstermin werde sich hinziehen. Wenn alles gut läuft und niemand klagt (was die Bürgerinitiative aus Utfort noch prüft) könnte Amprion im Jahr 2022 oder 2023 bauen.

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