Moers: Am Michaelsturm herrscht wieder Leben

Moers : Am Michaelsturm herrscht wieder Leben

Nach der Sanierung steht die Jugendbildungsstätte auf den Schaephuysener Höhen wieder für Besuchergruppen bereit. Die ersten sind Seminarteilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes. Sie fühlen sich in dem umgebauten Gebäude wohl.

Wenn es so etwas wie ein Nachtleben in Schaephuysen gibt, dann findet es zurzeit auf den Hügeln überm Dorf statt. Wenn das Wetter es zulässt, versammeln sich hier junge Menschen ums Lagerfeuer, grillen Stockbrot und singen auch mal zur Gitarre. Ein wenig Jugendherbergs-Idylle gehört dazu, wenn man in der Jugendbildungsstätte St. Michael wohnt. Diesmal ist es eine Gruppe von 20 Angehörigen des Bundesfreiwilligendienstes. Mehrere "Bufdis" absolvieren in diesen Wochen hier Seminare. Sie sind die ersten Besuchergruppen nach dem durchgreifenden Umbau des Gebäudes (der Grafschafter berichtete). Und es gefällt ihnen hier oben, auch wenn an diesem Tag die neue Kaffeemaschine im Speisesaal streikt.

"Es ist schön hier", sagen Anne-Sophie Leygraf und Sarah Große-Geldermann. "Das gilt für die Gegend und auch für unsere Zimmer." Den Zustand vor der Sanierung kennen beide nicht, sie sind zum ersten Mal hier. Inzwischen hat jedes Vier-Bett-Zimmer eine eigene Dusche.

"Und besonders super sind unsere Seminarleiter", sagen die beiden jungen Frauen." Das Lob geht an Ann-Kathrin Leschik, Mareike Thillosen und Martin Feldmann, die drei pädagogischen Mitarbeiter. Auch sie haben von dem Umbau profitiert. "Früher war mein Büro im Keller", sagt Ann-Kathrin Leschik. "Jetzt habe ich einen Raum, der viel heller und geräumiger ist." Doch noch ist nicht alle Baumaßnahmen abgeschlossen. Der Korridor zum Michaelsturm, dem Wahrzeichen der Einrichtung, ist noch versperrt. In diesem ältesten Teil des Gebäudes sind die Bauarbeiten noch im Gange. Hier herrschten vor dem Beginn der Bauarbeiten im vergangenen Herbst noch recht rustikale Zustände: Wer nachts aufs Klo wollte, musste eventuell drei Stockwerke steigen. Obwohl also noch einzelne Arbeiten drinnen und draußen laufen, sei die Wiedereröffnung des Besucherbetriebes Mitte April nicht gefährdet gewesen, versichert Christa Kemper, die Leiterin der Jugendbildungsstätte. "Wir sind da flexibel und könnten zur Not auch noch Betten hinzustellen."

Der größte Teil der Umbauten ist für Gäste nicht sofort sichtbar. Vor allem die Heizungs- und Sanitäranlagen mussten dringend erneuert werden. Die Investitionen betragen rund 1,5 Millionen Euro. Der bei weitem größte Teil wird vom Bistum Münster bezahlt. Die Jugendbildungsstätte St. Michael wird seit nahezu 40 Jahren durch den Verein "St.-Michael-Turm Schaephuysen" getragen. Wenn alle Baumaßnahmen beendet sind, wird vor dem Speisesaal auch eine Terrasse für schöne Tage entstehen. "Vielleicht spenden uns ja Bürger Tische und Stühle dafür", meint Christa Kemper.

(RP/ac)
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