Moers Alte Post weicht Luxus-Wohnungen

Moers · Der "Schandfleck" an der Uerdinger Straße wird ab Mitte 2015 zur exklusiven Wohnlage. Der Preis für eine Penthouse-Wohnung wird über einer halben Million Euro liegen. Die Sparkasse am Niederrhein übernimmt die Vermarktung.

Moers: Der Neubau an der Uerdinger Straße
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Luxus, Luxus, Luxus. Shahram Khalili, Investor für die Umgestaltung der Alten Post an der Uerdinger Straße, verspricht allerhöchste Qualität und Wohnen im gehobensten Stil, wenn bis Mitte nächsten Jahres der Umbau des letzten "Schandflecks" in der Moerser Innenstadt vollzogen ist. 47 Wohnungen zwischen 70 und 160 Quadratmeter Größe werden dort entstehen - barrierefrei und edelst ausgestattet versteht sich. Dazu wird der Fitnessriese McFit als Hauptmieter eine Filiale betreiben. Zudem werden vier Einheiten für Lokalbetrieb hergestellt. 73 Parkplätze in der Tiefgarage sowie weitere 80 im Innenhof stehen für Bewohner und McFit-Gäste zur Verfügung.

Khalili hatte im November 2013 die Moerser Verwaltung überrascht, als er verkündete, das Gebäude von der Post erworben zu haben. Eigentlich sollte der Umbau schon im Jahr 2014 vollendet sein, Verzögerungen bei der Gestaltung haben den Beginn der Bauarbeiten jedoch um Monate verschoben (RP berichtete).

Gestern stellte der 49-jährige Projektentwickler aus Frechen nun das Konzept zusammen mit seinem Architekt Jörg Engelhardt und den Vorsitzenden der Sparkasse am Niederrhein vor. 5,5 bis 7 Millionen Euro wurden einst als Investitionssumme genannt. "Wir bauen so gut wie alles neu, verwenden die besten Materialen, um allerbeste Qualität zu garantieren", sagt Khalili ohne dabei die Frage nach dem Investitionsvolumen zu beantworten. Für den Quadratmeter Wohnfläche gebe man allerdings bis zu 1500 Euro aus, sagt er. Die Wohnfläche beträgt insgesamt 4300 Quadratmeter.

 Das ehemalige Gebäude der Post wird dank vieler großer Fenster lichtdurchflutet sein. Die dadurch sehr hellen Räume sind dennoch nach heutigem Standard isoliert und bieten im Winter Schutz vor Kälte. Die obere Etage wird noch aufgesetzt. Sie beinhaltet die "Penthouse-Wohnungen".

Das ehemalige Gebäude der Post wird dank vieler großer Fenster lichtdurchflutet sein. Die dadurch sehr hellen Räume sind dennoch nach heutigem Standard isoliert und bieten im Winter Schutz vor Kälte. Die obere Etage wird noch aufgesetzt. Sie beinhaltet die "Penthouse-Wohnungen".

Foto: TAK Projekt Management

Die Sparkasse am Niederrhein übernimmt die Vermarktung der Wohnungen. Morgen werden sie in einer Ausstellung in der Kundenhalle der Hauptgeschäftsstelle am Ostring präsentiert. "Wir waren vom Konzept von Beginn an überzeugt", sagt der Vorstandsvorsitzende Giovanni Malaponti. Die kleinsten Wohnungen mit 70 Quadratmeter Wohnfläche kosten etwa 178 000 Euro, die Penthouse-Wohnungen im Dachgeschoss rund 560 000 Euro, erläutert Michael Finkeldey-Kirchwehm, Immobilienberater der Sparkasse. Von dort aus kann der Eigentümer über die Wallanlage und den angrenzenden Schlosspark blicken. Das Dachgeschoss wird in Zukunft noch aufgesetzt. Der Eigentümer habe dabei die Möglichkeit, die Zimmeraufteilung zu beeinflussen. "Wir können alles machen, was architektonisch möglich ist", erläutert Architekt Engelhardt. Die Stadt Moers - die Verwaltung hat Mitspracherecht, was die Gestaltung der Gebäude angeht, war von dem Konzept ebenfalls sofort überzeugt und legte Khalili bei der Planung des Luxus-Gebäudes keine Steine in den Weg und bescheinigt ihm hervorragende Arbeit. Einzig eine Spiegelverglasung im Erdgeschoss habe der Gestaltungsbeirat - ein externes Fachgremium - moniert und "eine dezentere Lösung empfohlen", sagt Stadtsprecher Thorsten Schröder auf Anfrage.

Khalili hat die Empfehlung beherzigt und ist auch positiv von Moers überrascht. "Ich habe viele Mails von Bürgern bekommen. Sie freuen sich, dass dieser Schandfleck umgestaltet wird", sagt er. Probleme bereite derzeit allerdings noch das Erdgeschoss. "Die Uerdinger Straße hat Gefälle", was den Zugang für Rollstuhlfahrer noch erschwere. "Es handelt sich allerdings nur um ein geometrisches Problem", sagt Architekt Engelhardt. "Das ist architektonisch definitiv lösbar."

(RP)
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