Als die Oranier Moers befestigen ließen

Historie in Moers : Als die Oranier Moers befestigen ließen

Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein hat eine Festschrift in Auftrag gegeben, die an den Bau der oranischen Befestigungsanlage vor 400 Jahren erinnern soll. Der Verein freut sich über steigende Mitgliederzahlen.

Vor rund 400 Jahren ließ Moritz von Oranien die Stadt Moers mit einer für die Zeit hochmodernen Anlage befestigen. 2020 jährt sich die Fertigstellung dieser Befestigung. Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein nimmt dieses Datum zum Anlass für zwei Renommee-Projekte: Ende 2019 soll unter dem Titel „Wie die Holländer vor 400 Jahren Moers umgebaut haben“ eine Festschrift erscheinen. Außerdem möchte der 760 Mitglieder starke Verein der Stadt Moers ein Bronze-Relief schenken, das am Eingang zum Schlosspark auf die oranische Befestigungsanlage hinweist.

Peter Boschheidgen ist Vorsitzender des Grafschafter Museumsvereins. Foto: Voba

„Wir konnten namhafte Autoren gewinnen, Beiträge für unsere Festschrift zu schreiben. Die Federführung hat Professor Margret Wensky übernommen. Sie wird den Band betreuen“, sagte Peter Boschheidgen, Vorsitzender des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins am Donnerstag. Sie hat unter anderem die zweibändige Geschichte der Stadt Moers herausgegeben. Weitere Autoren sind Heike Preuß, die zur Moerser Befestigungsanlage geforscht hat. Christine Knupp-Uhlenhaut, ehemalige Leiterin des Grafschafter Museums, wird in der Festschrift Pläne, Zeichnungen und Ansichten vorstellen. Hajo Hülsdünker schreibt einen Beitrag über den seinerzeit renommierten Festungsbaumeister Simon Stevin, und Thorsten Kamp, Technischer Beigeordneter der Stadt Moers, wird über die Veränderungen der Befestigungsanlage im Laufe der vier Jahrhunderte berichten.

„Margret Wensky hat im Geheimen Staatarchiv in Berlin zwei Pläne gefunden, die Stevins Vorplanungen für die Moerser Befestigung dokumentieren. Es handelt sich um die früheste bislang bekannte Karte des geplanten Baus um 1602“, betont Boschheidgen. Die bislang grundlegende Schrift über den Moerser Festungsbau hatte sein Großvater Hermann Boschheidgen verfasst, der auch das Grafschafter Museum gegründet hatte: „Die oranische und vororanische Befestigung der Stadt Moers“, erschienen 1917. „Wir möchten nun gerne wissen, welche neuen Erkenntnisse es gibt und welche Veränderungen die Befestigung bis heute erfahren hat“, sagt Wilfried Scholten, stellvertretender Vorsitzender. Diese Planungen haben Boschheidgen und sein Vorstandsteam auf der Jahreshauptversammlung am Mittwoch den Mitgliedern vorgestellt. Es gab jedoch noch mehr Erfreuliches zu berichten. So ist die Mitgliederzahl des Vereins um 35 auf jetzt 760 Mitglieder gestiegen. Damit gehört der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein zu den größten Vereinen in der Grafenstadt. Neu im Vorstand ist Gabriele Elmer als Beisitzern. Sie folgt auf Sevkan Gencer, der sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte. Boschheidgen ist davon überzeugt, dass die gestiegene Mitgliederzahl insbesondere auch dem Engagement im Industriedenkmal Schacht IV der Zeche Rheinpreußen zu verdanken ist. „Dort finden viele kulturelle Veranstaltungen statt. Ich glaube, dass mit dem Weichen des Steinkohlenbergbaus das Bewusstsein wächst, dass der Bergbau Teil unserer Geschichte ist“, so der Vorsitzende des Museumsvereins. Gemeinsam mit seinem Mitstreitern hat er wieder ein interessantes Ausflugsprogramm für 2019 gestaltet, das unter anderem ins Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund führt, ins Adenauer-Haus in Rhöndorf, zum Kunstpalast Düsseldorf und zum Niederrheinmuseum nach Wesel führt.

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