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Alexander Kuhmann ist Hausmeister der Musikschule Moers

Serie Ein halbes Jahrhundert Musikschule : Der Hausmeister erlebt Tage voller Musik

Alexander Kuhmann arbeitet seit 2001 an der Musikschule. Er sorgt dafür, dass im Martinstift-Ensemble alles gut funktioniert.

Sein Arbeitstag ist voller Musik, ein Musiker ist er aber nicht. Alexander Kuhmann ist Hausmeister der Musikschule in Moers – die gute Seele der städtischen Kultureinrichtung, die 2018 mit vielen Veranstaltungen das 50-jährige Bestehen feiert. Anlass des Jubiläums ist der Übergang der damals noch privaten Musikschule in die Trägerschaft der Stadt Moers im Oktober 1968. In einer kleinen Serie stellt die RP Menschen vor, die eng mit der Musikschule verbunden sind.

Seit 2001 gehört Alexander Kuhmann zum Team um Musikschulleiter Jörg Kresimon. Wenn eine Glühbirne in den Unterrichtsräumen in Haus Rheinland oder Haus Wartburg gewechselt werden muss, ist er zur Stelle. Er bereitet die Räume für die Ensembleproben vor, damit die Musikschüler gleich starten können. Und wenn ein Konzert im Martinstift ansteht, kümmert er sich um die richtige Bestuhlung im Kammermusiksaal und später oben im Regie-Raum um die Licht- und Tontechnik. „Es soll hier ja ordentlich aussehen“, betont der 48-Jährige. Wenn es um die Instandhaltung des historischen Gebäudeensembles an der Filder Straße geht, das der Pädagoge Franz Ludwig Zahn ab 1838 als Schülerheim für junge Männer, die auf das Lehrerstudium vorbereitet wurden, in mehreren Bauphasen errichten ließ, dann steht der Hausmeister in engem Kontakt mit dem Zentralen Gebäudemanagement in Moers. Denn bei ihm laufen alle technischen Fäden zusammen. „Wir möchten ihn nicht missen“, betont denn auch Ulrike Schweinfurth, stellvertretende Leiterin. „Er ist so hilfsbereit und freundlich. Und er hat hier viel verändert“, betont sie: „Er ist unsere Visitenkarte nach draußen.“ Kuhmann ist Ansprechpartner für alle, die den Kammermusiksaal für private Veranstaltungen mieten wollen: Hochzeits- und Geburtstagsgesellschaften sowie Karnevalsvereine beispielsweise. „Mir macht der Umgang mit Menschen großen Spaß. Und meistens sind es spannende Begegnungen“, sagt Kuhmann. Er hat sich bewusst für die Musikschule als Arbeitsplatz entschieden. Der gelernte Betriebsschlosser war bis 2000 im Bergbau tätig. „Ich habe auf Rheinpreußen gelernt“, erzählt er. Später wechselte er zur Zeche nach Walsum. Als eine Handwerker-Initiative seinerzeit den Bergleuten die Möglichkeit bot, in andere Berufe zu schnuppern, zögerte Kuhmann nicht. Er kam zur Musikschule und blieb. „Besser geht es nicht. Es ist ein tolles Umfeld. Ich arbeite ja sozusagen im Wohnzimmer der Stadt Moers. Und Musiker sind ja schon ein anderer Schlag. Sie sind viel offener. Im Bergbau geht es oft rabiat zu“, erzählt Kuhmann. Wenn ein bisschen Zeit ist, hört er den Musikschülern gerne zu. „Ich finde es toll, wie sie ihre Musik lieben und leben.“ Besonders gerne mag er das Saxofon. Kuhmann hat in seiner Jugend Gitarre gelernt. „Damals war ich 13 oder 14 Jahre alt. Als ich hier als Hausmeister anfing, hat mir mein damaliger Lehrer eine Vorspielliste gezeigt, auf der ich namentlich stand. Er hatte sie aufbewahrt“, sagt der 48-Jährige lächelnd. „Was die klassische Musik angeht, bekomme ich ja heute die volle Breitseite. Viele Stücke gefallen mir gut. Inzwischen höre ich auch die verschiedenen Besetzungen raus.“ Am Abend ist Alexander Kuhmann übrigens immer der letzte, der die Gebäude verlässt: Dann unternimmt er den letzten Schließgang in den Häusern.

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In der Musikschule sind die Proben des Orchesters „Junge Sinfonie Moers“ für das Jubiläumskonzert zum 50-jährigen Bestehen der Einrichtung gestartet. Es findet am findet am Samstag, 6. Oktober, um 18 Uhr in der Enni-Eventhalle (Filder Straße 142) statt. Der Kartenvorverkauf ist bereits gestartet.