Aktion mit Schülern: Moers pflanzt Bäume

Aktion mit Schülern : Der Zukunft zuliebe: Moers pflanzt Bäume

Das Schul-Projekt „Meine Zukunft, Meine Demokratie“ des Landtagsabgeordneten Ibrahim Yetim ermöglicht Schülern politische Teilnahme. Zur Aktion war jetzt auch eine Schülergruppe aus Italien dabei.

Seit dem vergangenen Jahr macht der Moerser SPD-Landtagsabgeordnete mit seinem Projekt „Meine Zukunft, Meine Demokratie“ die politische Praxis an Moerser Schulen erlebbar. Bei diesem Projekt können die Schüler eigene politische Ideen einbringen und mit Yetim besprechen. Dieser leitet die Ideen anschließend an die Stadt Moers oder den Landtag weiter. So haben Moerser Schüler bereits Einfluss nehmen können.

Ideen wie das kostenlose Jugendticket oder eine Nutzung schulischer Sporteinrichtungen außerhalb der Schulzeiten kommen direkt von den Schülern. Sobald ein Beschluss handfest werde, gebe Yetim diese Neuigkeit an die Klassenlehrer weiter. „Es ist wichtig, dass die Leute sehen, dass ihre Beiträge nicht verpuffen“, betont er.

Solche Umsetzungsprozesse brauchen aber ihre Zeit. Ein Jahr nach Projektbeginn befinden sich viele Ideen der Schüler im politischen Entscheidungsprozess, sind allerdings noch nicht umgesetzt. „In der Demokratie entscheiden viele, und das braucht bei schwierigen Themen manchmal seine Zeit“, erklärt Yetim. Für Ideen müsse hier Überzeugungsarbeit geleistet werden, um nötige Mehrheiten zu gewinnen. Dies mache er den Schülern auch klar.

Mit „Moers pflanzt Bäume“ wird nun eine Schüler-Idee realisiert. An der Homberger Straße, auf Höhe der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, wurden drei Bäume gepflanzt. Die Pflege übernehmen anschließend die Schüler, wodurch ein Umweltbewusstsein gestärkt werde, sagt Yetim. Gespendet wurden die Bäume, zwei Wildbirnen und eine Magnolie, von der Volksbank Niederrhein und der Adler-Apotheke. Mit der Aktion soll ein Signal für den Klimaschutz in Moers gesendet werden. Die Stadt war diesen Sommer dem Bürgerantrag der Moerser „Fridays for Future“-Gruppe gefolgt und hatte den Klimanotstand ausgerufen.

Eine Gruppe Jugendlicher Schüler aus dem italienischen Stazzema, seit Sommer 2019 Partnerstadt von Moers, ist in Moers zu Besuch. Gemeinsam mit Schülern der SCI Jugendwerkstatt erstellten sie ein Kunstprojekt zum Thema „Demokratie und Toleranz“. Zum Abschluss ihres einwöchigen Aufenthalts nahmen sie am Pflanzprojekt teil. „Sehr schön“ und „sehr sympathisch“, finden die Schüler aus Stazzema die Aktion. Die Baumpflanzung sei „ein Geschenk an zukünftige Generationen“. Nach Aussage der begleitenden Lehrerin habe man in Stazzema vor 50 Jahren Bäume an der eigenen Schule gepflanzt und könne heute die Baumriesen bewundern.

Jeweils drei Kinder aus den Klassen der Jahrgangsstufe fünf übernehmen die Baumpatenschaft, so Klaus Bleckmann, didaktischer Leiter der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Von einer Schülerin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule heißt es: „Ich finde das toll, denn so wird daran erinnert, dass man auf die Umwelt achten muss und sie nicht verschmutzt.“ Ein Junge der Gesamtschule ergänzt: „Ich will nicht, dass die Umwelt irgendwann kaum noch Natur hat.“ Nur das Wetter spielte nicht mit, es regnete durchgehend. Unmut kam bei den Kindern aber nicht auf.

Drei Jahre dauert es, bis klar ist, ob die Bäume am neuen Standort angehen. „Jetzt, wo die Pflanzen nicht wachsen, ist genau die richtige und übliche Zeit zum Pflanzen“, erklärt Frank Liebert, Geschäftsführer des SCI Moers.

Mit diesem Projekt möchte Yetim dem Vorurteil Jugendlicher Politikverdrossenheit begegnen. Aktuelle Bewegungen wie „Fridays for Future“ oder die Proteste gegen die Europäische Urheberrechtsreform würden ihm in seiner Auffassung Recht geben. Als nächstes steige die Hermann-Runge-Gesamtschule beim Projekt ein. In Schulen die bereits teilgenommen haben, hätten zudem weitere Klassen ein Interesse am Mitmachen betont, berichtet Yetim.