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Moers: 50 Jahre Meister-Brötchen von Stevens

Moers : 50 Jahre Meister-Brötchen von Stevens

1964 hat Bäcker Heinrich Stevens seine Prüfung zum Meister abgelegt. Im Anschluss übernahm er die Bäckerei seines Vaters und backt noch heute an der Hülsdonker Straße zusammen mit der Familie nach traditionellem Rezept.

Gerade mal 23 Jahre war Heinrich Stevens alt, als er am 28. April 1964 seinen Meister im Bäckerhandwerk machte. Das war für damalige Verhältnisse ungewöhnlich früh, doch schon als Kind wollte er nie etwas anderes werden.

Die Backleidenschaft hat in der Familie Stevens Tradition. Auch Vater Hermann Stevens war Bäckermeister und hatte, bevor er 1956 mit seiner Frau Maria zusammen die ehemalige Moerser Bäckerei Backus in der Hülsdonker Straße 29 übernahm, bereits in Düren einen Back- und Konditoreibetrieb besessen. Heinrich Stevens ist also sozusagen mit dem Duft von frischen Backwaren aufgewachsen. "Ja, und später als Schuljunge habe ich dann mit dem Fahrrad unsere Brötchen ausgefahren", erinnert sich der heute 73-Jährige, als ihm der Obermeister der Bäckerinnung Niederrhein, Johannes Gerhards, am Montag zu seinem 50-jährigen Meisterjubiläum gratulierte und ihm dabei den goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer Düsseldorf überreichte.

Eine an sich schon hohe Ehrung, die aber in diesem Fall noch ein ganz besonderes Gewicht hat. Denn Heinrich Stevens hat sich bisher keineswegs zur Ruhe gesetzt, sondern steht noch heute täglich ab drei und samstags sogar ab zwei Uhr nachts in seiner Backstube und backt frische Brötchen. "Richtige Brötchen, keine vorgeformten. Da ist mein Vater eigen", erklärt Sohn Karl-Heinz Stevens.

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Er ist selber Bäckermeister und arbeitet nicht nur schon viele Jahre mit seinem Vater zusammen, sondern soll den Betrieb auch eines Tages übernehmen. Aufhören will Heinrich Stevens aber auch dann noch nicht. "Ich bleibe Bäcker, bis ich umfalle", sagt er. "Das ist meine Lebensaufgabe." Neben dem Backen "richtiger Brötchen", verschiedener Brotsorten und Kuchen gilt seine Leidenschaft vor allem der Anfertigung von Weihnachtsgebäck.

Schon Ende September werden die ersten Printen gebacken, wenig später folgen Christstollen und Würzspekulatius und zum Schluss schließlich seine in der ganzen Stadt berühmten Zimtsterne. Ihr Ruhm ist nicht grundlos, denn auch bei ihnen ist Heinrich Stevens eigen. "Wir verwenden dafür nur erstklassigen Cahnel-Zimt aus Sri Lanka, dem ehemaligen Ceylon, und das schmeckt man auch", erklärt er stolz.

Überhaupt sei der Bäckerberuf wunderbar abwechslungsreich, und weil man ja morgens so früh schon arbeitete, habe man nachmittags dann auch noch ganz viel Zeit, um seine Hobbys zu pflegen. "Und die sind?" "Mein Garten und Borussia Mönchengladbach. Schade, dass die jetzt oft freitags spielen, da muss ich ja arbeiten. Aber früher hatte ich dort immer eine Jahreskarte."

(RP)