Moers: 50 Jahre Landbäckerei Berns in Kamp-Lintfort

Moers : 50 Jahre Landbäckerei Berns in Kamp-Lintfort

Das halbe Jahrhundert feiert die Bäckerei am Sonntag mit einem Frühlingsfest mit offener Backstube, bei dem die Besucher ihr eigenes Brot herstellen können.

"Berns ist für uns ein Stückchen Niederrhein, ein Stückchen Heimat." Gerne zitiert Johann Berns eine Kundin, die er vor einigen Wochen in Geldern sprach, als sie auf dem Markt ein Altväterroggen kaufte. "Sie erzählte mir, schon ihre Eltern hätten in Kamp-Lintfort Brot bei Berns gekauft, wie ihre Großeltern in Budberg", blickt der Inhaber der Niederrheinischen Landbäckerei auf das Gespräch zurück. Am Sonntag feierte diese Bäckerei Geburtstag, da sie seit einem halben Jahrhundert in Kamp-Lintfort ansässig ist.

1968 eröffnete die Bäckerei, die Hans Berns, der Vater von Johann Berns, 1957 von Eversael nach Budberg verlagert hatte, ihre erste Filiale. Diese lag in Kamp-Lintfort neben dem Eiscafé Corazza, nahe der Stelle, wo die Markgrafenstraße in die Moerser Straße einmündet und die heute Teil der Fußgängerzone ist.

"Wir haben selbst die Fliesen verlegt und die Werbeschilder gemalt", erinnert sich Johann Berns. Die Filiale eröffnete der Bäcker, Konditor und Diplom-Betriebswirt zusammen mit seinem Bruder Rainer Berns und Maria Meijer. Drei Jahre sollte es die einzige Filiale bleiben, bis die Bäckerei, die 1860 in Eversael gegründet worden war, 1971 eine zweite in Krefeld einrichtete.

Da sie weiter expandierte, reichten die Produktionsräume in Budberg nicht mehr aus. So wechselte sie 1980 nach Kamp-Lintfort an die Friedrich-Heinrich-Allee, wo sie sich noch heute befindet. Die Backstube in Budberg ist mittlerweile Wohnhaus von Johann Berns.

Ende der 1990er Jahre gab die Bäckerei ihr Filialnetz auf, um sich auf das Geschäft der Wochenmärkte zu konzentrieren. "Wie beschicken einem Wochenmarkt am Montag, den in Xanten, und 26 am Samstag", berichtet Johann Berns über den Vertrieb der Bäckerei. "Die meisten sind am Niederrhein. Dazu stehen wir auf Wochenmärkten im Bergischen Land, zum Beispiel in Wuppertal-Barmen oder Wuppertal-Vohwinkel, in Bergisch-Gladbach oder Leverkusen-Schlebusch. Die Kunden bedanken sich, dass wir anreisen. Sie loben das Brot, das so herrlich sei."

Zu den Wochenmärkten kommt das Stammhaus an der Friedrich-Heinrich-Allee, in dem die Bäckerei 2012 ein großes Café einrichtete, das ein kleines Stehcafé ablöste. In Produktion und Vertrieb arbeiten insgesamt 200 Menschen.

Beim Frühlingsfest können Besucher erfahren, wie Brot entsteht, wenn sie es in der Backstube der Bäckerei selbst herstellen. "Nur Mehl und Wasser, Sauerteig und Salz sind die Zutaten", erzählt Johann Berns. Das Brotbacken beginnt ab neun Uhr zu jeder vollen Stunde. Damit sich keine Warteschlangen bilden, bittet die Bäckerei Interessenten, sich für die begrenzten Plätze unter der Telefonnummer 02842 96603 anzumelden.

Zusätzlich bietet sie ein Backen von selbstgeformten Figuren an, das speziell auf Kinder abgestimmt ist. Die jungen und erwachsenen "Bäcker" können ihre Figuren und Brote mit nach Hause nehmen, nachdem diese bei 240 Grad ausgebacken wurden.

Besucher, die nicht selber backen wollen, können die Backstube besichtigen. Sie können das Eis probieren, das Konditormeisterin Naomi Berns herstellt, die in der Bäckerei mitarbeitet, wie ihre Schwestern Svenja und Isabelle Berns in der Verwaltung und im Vertrieb.

Oder sie können sich über die neuen Brotsorten informieren, die die Bäckerei immer wieder ins Programm nimmt, nicht selten mit alten Getreidesorten, zum Beispiel Emmer. "Wir haben Kunden, die Weizenbrot nicht vertragen, aber die alten Getreidesorten", berichtet Johann Berns. "Sie haben einen Eiweißaufbau, der natürlich ist und nicht angezüchtet."

(got)
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